„Jagd & Hund“ in Dortmund: Tradition, Hunde und heiße Debatten um Trophäenjagd
Clara MeyerJagdmesse lockt mit Hirschrufen, Jagdwissen und Neuheiten - „Jagd & Hund“ in Dortmund: Tradition, Hunde und heiße Debatten um Trophäenjagd
Europas größte Jagdmesse Jagd & Hund öffnet am 27. Januar in Dortmund ihre Tore
Sechs Tage lang wird die Veranstaltung Zehntausende Besucher anziehen. Mit über 700 Ausstellern aus 36 Ländern bleibt sie ein zentraler internationaler Treffpunkt für Jäger und Naturliebhaber.
Doch die Messe steht auch in der Kritik. Tierschutzorganisationen protestieren gegen die Bewerbung von Trophäenjagdreisen nach Afrika – an der Spitze der Forderungen nach einem Verbot solcher Angebote steht PETA Deutschland.
Das Programm der Messe ist vielfältig: Mehr als 1.300 Jagdhunde aus 59 Rassen demonstrieren in Live-Vorführungen ihr Können. Falknereishows veranschaulichen traditionelle Jagdmethoden. Besucher können sich über neueste Jagdausrüstung, Schusswaffen und Geländefahrzeuge informieren. Praktische Vorträge zu Jagdtechniken ergänzen Wettbewerbe wie die Deutsche Meisterschaft im Locken von Rehwild. Beim Wild Food Festival präsentieren Köche Gerichte aus Wildfleisch und würdigen damit die kulinarischen Traditionen der Jagd.
In Deutschland gibt es fast 468.000 Jäger mit gültigem Jagdschein, allein in Nordrhein-Westfalen sind es knapp 100.000. Die Veranstalter rechnen mit großem Besucherzuspruch – ein Zeichen für die tief verwurzelte Jagdkultur im Land. Dennoch bleibt die Messe umstritten: PETA Deutschland fordert explizit ein Verbot der Werbung für die Zucht von Affen als Haustiere in Afrika. Kritiker argumentieren, dass solche Praktiken Wildtiere ausbeuten und auf einer großen Fachmesse keinen Platz haben sollten.
Bis Sonntag bietet die Jagd & Hund eine Mischung aus Tradition, Innovation und Debatte. Während Aussteller von Hightech-Ausrüstung bis zu kulinarischen Spezialitäten präsentieren, drängen Tierschützer auf strengere Regulierungen. Die Größe der Messe und die begleitenden Kontroversen spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen Jagdkultur und Artenschutz wider.