21 January 2026, 13:17

Islamischer Religionsunterricht stärkt Schüler in NRW – doch Angebot bleibt knapp

Der Eingang der Al Khairat Islamischen Schule, mit einem gr├╝nen Tor und einem Schild darauf, sowie Pfosten und Bretter, mit Geb├Ąuden, B├Ąumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Islamischer Religionsunterricht stärkt Schüler in NRW – doch Angebot bleibt knapp

Eine neue Untersuchung der Universität Münster kommt zu dem Schluss, dass der islamische Religionsunterricht (IRU) in Nordrhein-Westfalen positive Wirkungen zeigt. Der Bericht hebt Vorteile für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern hervor und fordert gleichzeitig eine flächendeckendere Verfügbarkeit des Angebots im gesamten Bundesland.

Aktuell wird IRU nur an 247 der rund 5.400 Schulen des Landes angeboten. Etwa 31.673 muslimische Schülerinnen und Schüler – von insgesamt rund 500.000 – nehmen am freiwilligen Unterricht teil, der von 332 Lehrkräften erteilt wird. Dies stellt einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Schuljahr 2015/2016 dar, als erst 99 Lehrkräfte zur Verfügung standen. Dennoch übersteigt die Nachfrage nach wie vor das Angebot.

Die Schülerinnen und Schüler beschreiben den Unterricht als alltagsrelevant, motivierend und bereichernd. Je länger sie am IRU teilnehmen, desto größer wird ihre religiöse Bildungsfähigkeit. Gleichzeitig stellt der Bericht einen Rückgang eines "belehenden Religionsverständnisses" fest und deutet dies als Zeichen für eine Zunahme kritischen Denkens. Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern zeigen sich durchweg positiv. Sie loben den IRU dafür, dass er den Schülerinnen und Schülern "Orientierungswissen" vermittelt und sie befähigt, religiöse Ideen selbstbewusst zu artikulieren.

Die Evaluation empfiehlt zudem, die Lehrpläne um gesellschaftlich relevante Themen wie Gleichberechtigung, Prävention von Antisemitismus und Medienkompetenz zu erweitern. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass eine längere Teilnahme am IRU den Einfluss von Plattformen wie TikTok verringern könnte, die mit "rückwärtsgewandten religiösen Ansichten" in Verbindung gebracht werden. Der Bericht appelliert an das Land, den Zugang zum IRU auf alle Schulformen auszuweiten.

Die Erkenntnisse der Universität Münster legen nahe, dass der islamische Religionsunterricht das religiöse Verständnis und die kritische Reflexionsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler stärkt. Da jedoch nur ein Bruchteil der berechtigten Kinder und Jugendlichen derzeit teilnimmt, fordert der Bericht eine deutliche Ausweitung des Programms, um die wachsende Nachfrage zu bedienen.