17 June 2026, 18:30

IMK verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Gewalt und Pyrotechnik in Fußballstadien

Bericht: IMK verschiebt Entscheidung zu Pyrotechnik in Stadien

IMK verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Gewalt und Pyrotechnik in Fußballstadien

Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Diese Entscheidung fällt trotz anhaltender Sicherheitsbedenken, insbesondere im Umgang mit Pyrotechnik. Ein vertraulicher Bericht stuft Leuchtraketen als eine der größten Sicherheitsherausforderungen in den Arenen ein.

Auch die Vorfälle während des DFB-Pokalfinals im Mai änderten nichts an der Haltung der IMK. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul kritisierte den Schiedsrichter, weil dieser das Spiel trotz des Abbrennens von Pyrotechnik nicht unterbrochen hatte. Reul, der sich seit neun Jahren mit Fußballgewalt befasst, monierte, dass es bei der Bekämpfung des Problems kaum Fortschritte gebe.

Die IMK-Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ setzt stattdessen auf einen „konstruktiven Austausch über die Ahndung von Verstößen“ – statt auf verschärfte Verbote. Vereine wehren sich gegen strengere Kontrollen mit dem Argument, dass flächendeckende Maßnahmen kaum umsetzbar seien. Reul hingegen pocht auf schärfere Checks, darunter Durchsuchungen in Ultra-Blöcken und bessere Videoüberwachung, um das Werfen von Gegenständen zu unterbinden.

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Bisherige Geldstrafen bei Pyrotechnik-Delikten zeigten oft keine Wirkung. Auch Pilotprojekte mit Detektoren brachten keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Die IMK wird die Debatte über Pyrotechnik nun auf ihre Herbstkonferenz vertagen.

Sofortige Schritte gegen Stadiongewalt lehnt die IMK damit ab. Stattdessen sollen alternative Ansätze zur Ahndung von Verstößen geprüft werden. Das Thema Pyrotechnik wird erst später in diesem Jahr wieder aufgegriffen – die bisherigen Regelungen bleiben vorerst unverändert.

Quelle