Igor Levit und Friedrich Merz setzen in München ein Zeichen gegen Antisemitismus
Henry KochIgor Levit und Friedrich Merz setzen in München ein Zeichen gegen Antisemitismus
Der Pianist Igor Levit, ein bekannter Aktivist gegen Antisemitismus, trat zur Eröffnung der Münchner Reichenbach-Synagoge auf. Seine Anwesenheit und die ergreifende Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz, der dabei in Tränen ausbrach, setzten ein kraftvolles Zeichen gegen Hass und Intoleranz.
Levit, in Russland geboren und heute eine der prägendsten Figuren der klassischen Musikszene, engagiert sich seit über einem Jahrzehnt unermüdlich für Menschenrechte und gegen Antisemitismus. Sein Einsatz wurde von renommierten Institutionen gewürdigt, auch wenn konkrete Details zu diesen Ehrungen nicht öffentlich sind.
Seine Konzertreihe im Wiener Musikverein vom 17. bis 22. Oktober steht unter dem Motto einer Feier des Lebens und ist zugleich eine Hommage an große Komponisten. Den Auftakt bildete Maurice Ravels Vertonung des jüdischen Trauergebets Kaddisch – eine berührende Reflexion über den aktuellen Anstieg antisemitischer Vorfälle. Levits jüdische Herkunft hat für ihn seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 eine noch tiefere Bedeutung gewonnen. Trotz der Dankbarkeit für die Unterstützung, die er erfährt, äußert er zugleich tiefe Trauer über den wachsenden Antisemitismus in Europa.
Levits Haltung zum Antisemitismus deckt sich mit der des Staatsoperndirektors Serge Dvořák Růžička und Bundeskanzlers Friedrich Merz. Sie alle verurteilen die Absage eines Konzerts des Dirigenten Lahav Shani in Belgien als feige und antisemitisch motiviert.
Igor Levits Musik und sein Engagement bleiben inspirierend und herausfordernd – ein mächtiger Appell, sich gegen Hass und Intoleranz zu stellen. Seine anstehende Konzertreihe im Musikverein verspricht eine bewegende und zum Nachdenken anregende Hommage an Leben und Widerstandsfähigkeit.