IG-BCE-Chef fordert radikale Steuerreform: Reiche sollen mehr zahlen, Mittelstand entlastet werden
Jonas MayerIG-BCE-Chef fordert radikale Steuerreform: Reiche sollen mehr zahlen, Mittelstand entlastet werden
Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), hat weitreichende Reformen des deutschen Steuersystems vorgeschlagen. Sein Plan sieht vor, die Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz anzuheben, während gleichzeitig Vermögende und Superreiche stärker belastet werden sollen, um dringend benötigte öffentliche Investitionen zu finanzieren.
Vassiliadis schlägt vor, den Spitzensteuersatz erst ab einem Bruttojahreseinkommen von etwa 100.000 Euro greifen zu lassen – statt wie bisher bei 70.000 Euro. Um dies auszugleichen, regt er an, den Steuersatz selbst um zwei bis drei Prozentpunkte zu erhöhen.
Zudem befürwortet er die Einführung einer Vermögenssteuer für Personen mit Jahreseinkünften von über 200.000 Euro. Die zusätzlichen Einnahmen sollten in Infrastrukturprojekte und die Verteidigung fließen. Vassiliadis argumentiert, dass die Wohlhabendsten einen Beitrag zur Finanzierung dieser Bereiche leisten sollten, um die langfristige wirtschaftliche Stabilität zu sichern.
Obwohl er Bedenken der Wirtschaft hinsichtlich höherer Steuern auf Betriebsvermögen anerkennt, setzt er sich für strengere Erbschaftssteuern ein. Dadurch, so seine Begründung, ließe sich verhindern, dass Vermögende ihre Steuerpflichten umgehen.
Die Vorschläge zielen darauf ab, die Steuerlast stärker auf Gutverdiener und große Erbschaften zu verlagern. Falls umgesetzt, würden die Änderungen zusätzliche Mittel für öffentliche Dienstleistungen bereitstellen und gleichzeitig die Frage neu regeln, wer den Spitzensteuersatz zahlt. Wirtschaftsverbände könnten den Plänen jedoch wegen befürchteter Mehrkosten widerstehen.






