14 March 2026, 06:55

Günther Jauch kauft Loriots historisches Haus am Starnberger See

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte umgeben von Bildern und Texten, das einen klassischen und zeitlosen Look hat.

Günther Jauch kauft Loriots historisches Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat das historische Anwesen am Starnberger See erworben, das einst Vicco von Bülow gehörte – besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot. Das Haus des legendären deutschen Humoristen ist von kultureller Bedeutung, da es der Wohnsitz eines Mannes war, dessen Humor ganze Generationen prägte. Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots Werk, hat sich bereits mehrfach um den Erhalt nationaler Kulturgüter verdient gemacht.

Vicco von Bülow entstammte dem Adelsgeschlecht der von Bülows, deren Wappen einen goldenen Pirol – auf Französisch Loriot – zeigte, was ihn zu seinem markanten Pseudonym inspirierte. Obwohl er das Haus am Starnberger See besaß, entstanden dort nur wenige seiner Filme und Sketche. Die meisten Produktionen wurden in Studios oder an anderen Orten gedreht; genaue Aufzeichnungen darüber fehlen.

Zu Loriots filmischem Schaffen zählen zwei große Werke: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann in einer Hauptrolle. Ersterer wurde teilweise im Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure, Italien, gedreht. Letzterer beginnt mit der Entlassung von Heinrich Lohse aus dem Axel-Springer-Haus – ein Moment, der den Zerfall der Familie einleitet. Schon in den 1950er-Jahren hatte Loriot mit satirischen Büchern wie Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft und Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick Berühmtheit erlangt.

Einer seiner bekanntesten Sketche, Die Nibelungen (1976) – im Volksmund oft als Zimmerverwüstung bezeichnet –, demonstrierte sein Talent, aus kleinen Missgeschicken eine eskalierende Katastrophe zu machen. Das Stück gilt bis heute als Meisterwerk seines scharfsinnigen, beobachtenden Humors.

Jauchs Kauf passt zu seinem Engagement für den Erhalt kultureller Stätten. Bereits zuvor hatte er die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam unterstützt, einem weiteren Ort von nationaler Bedeutung. Seine Verbindung zu Loriots Erbe unterstreicht sein persönliches und berufliches Bestreben, Deutschlands künstlerisches Kulturgut zu bewahren.

Das Anwesen am Starnberger See gehört nun Günther Jauch, auch wenn es in Loriots künstlerischem Schaffen nur eine untergeordnete Rolle spielte. Öffentliche Aufzeichnungen geben keine genaue Auskunft darüber, wie viele Szenen dort tatsächlich entstanden – ein Großteil der filmischen Geschichte des Hauses bleibt damit unbestätigt. Unbestritten jedoch ist der anhaltende Einfluss von Loriots Werk – und Jauchs Hingabe, dieses Erbe zu würdigen.

Quelle