GTime verteidigt sein Bezahlmodell für Editoren – und löst eine hitzige Debatte aus
Henry KochGTime verteidigt sein Bezahlmodell für Editoren – und löst eine hitzige Debatte aus
In der deutschen Streaming-Community ist eine hitzige Debatte darüber entbrannt, wer streamt es wie viel Creator ihren Editoren zahlen sollten. Die Diskussion erreichte einen neuen Höhepunkt, nachdem der Twitch-Streamer GTime sein Bezahlmodell für seinen Editor Enno verteidigt hatte. Gleichzeitig gerät GTimes wachsende Popularität zunehmend in den Fokus – und mit ihr die Vergütung seines Teams.
Kritik kam unter anderem vom Streamer-Kollegen gTasty, der die Vereinbarung als "dumm" bezeichnete, während andere Parallelen zu früheren Kontroversen um unfaire Bezahlung in der Branche zogen.
GTime zahlt seinem Editor Enno derzeit ein festes monatliches Gehalt von 4.800 Euro brutto. Zusätzlich erhält Enno die Hälfte der Einnahmen des YouTube-Kanals. Zu Ennos Aufgaben gehören das Zuschneiden von Twitch-Streams zu YouTube-Videos sowie die Betreuung mehrerer Social-Media-Kanäle.
Der Streamer rechtfertigte die Bezahlung mit Ennos Leidenschaft und Engagement. Eine solche Hingabe rechtfertige eine faire Vergütung, argumentierte er. gTasty hingegen stellte das Modell öffentlich infrage und löste damit eine weitere Diskussion aus.
GTimes Äußerungen erinnerten viele an frühere Kontroversen, etwa an die Kritik am Streamer Papaplatte wegen angeblich unfairer Bezahlung. Ein weiterer YouTuber wies darauf hin, dass das Problem Teil eines größeren strukturellen Missstands sei, der Creator Geld koste. Selbst Trymacs, der einst eine Gehaltsobergrenze für Editoren gefordert hatte, entschuldigte sich später für seine Haltung.
Obwohl konkrete Gehaltsdaten für Editoren in der deutschen Streaming-Branche rar sind, zeigen allgemeine Trends, dass die Vergütung für Freiberufler in den letzten fünf Jahren um 10–15 Prozent gestiegen ist. Die steigende Nachfrage nach Videocontent treibt die Löhne nach oben, wobei die Bezahlung je nach Erfahrung und Spezialisierung stark variiert.
Der anhaltende Streit verdeutlicht die Spannungen zwischen Creators und ihren Teams. GTimes jüngster Popularitätsschub hat die Aufmerksamkeit auf die Frage gelenkt, wie Streamer ihre Unterstützer fair entlohnen.
Die Debatte über die Bezahlung von Editoren spaltet die deutsche Streaming-Szene weiterhin. GTimes Modell, das ein Festgehalt mit einer Umsatzbeteiligung kombiniert, bleibt umstritten. Die Diskussion zeigt vor allem, wie schwierig es ist, faire Vergütung mit den wirtschaftlichen Realitäten der Content-Erstellung in Einklang zu bringen.