Gestohlener Bierkrug kehrt nach 50 Jahren ins Münchner Hofbräuhaus zurück
Henry KochGestohlener Bierkrug kehrt nach 50 Jahren ins Münchner Hofbräuhaus zurück
Gestohlener Bierkrug kehrt nach einem halben Jahrhundert ins Münchner Hofbräuhaus zurück
Ein aus dem berühmten Münchner Hofbräuhaus entwendeter Bierkrug ist nach über fünfzig Jahren an seinen Ursprungsort zurückgekehrt. Ein englischsprachiger Tourist hatte den Ein-Liter-Krug 1976 mitgenommen und ihn kürzlich mit einer Entschuldigung zurückgeschickt. Die ungewöhnliche Rückgabe umfasste zudem eine Zahlung von 20 Euro – als späte Begleichung der alten "Schuld".
Der Besucher gestand, den Krug nach einer feuchtfröhlichen Nacht im Biergarten "versehentlich" in die Tasche gleiten lassen zu haben. Jahrzehnte später entschied er sich, das Diebesgut zurückzusenden – zusammen mit einem kleinen Betrag als Ausgleich. Wie das Hofbräuhaus bestätigte, kommen solche Rückgaben drei- bis viermal pro Jahr vor.
Die Traditionsgaststätte führt zwar keine genaue Statistik über verschwundene Krüge, hat aber im Laufe der Zeit die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Dazu gehören heute RFID-Chips in den Steinkrügen, eingravierte Seriennummern, Pfandsysteme und öffentliche Kampagnen, die Gäste zum Rückgeben "ausgeliehener" Stücke auffordern. Dennoch gibt es keine offiziellen Aufzeichnungen darüber, wie viele Krüge in den letzten zehn Jahren als gestohlen gemeldet oder später zurückgegeben bzw. entschädigt wurden.
Statt die 20 Euro einzubehalten, spendet das Hofbräuhaus den Betrag an die Bunte Münchner Kindl, eine lokale Initiative, die benachteiligten Kindern hilft. Aus einer jahrzehntealten Verfehlung wird so eine gute Tat.
Die Rückkehr des Kruges ist kein Einzelfall für das Hofbräuhaus. Zwar kommt es nach wie vor zu Diebstählen, doch dank verbessertem Schutz und gestiegener Aufmerksamkeit der Gäste kehren viele "verlorene" Stücke zurück. Die gespendeten 20 Euro kommen nun Münchner Kindern zugute – ein versöhnlicher Schlussstrich unter die alte Geschichte.