10 February 2026, 17:08

Gericht verpflichtet Meta zu 30 Millionen Euro Netznutzungsgebühren an die Telekom

Zwei Männer bei der Arbeit an einem Server in einem Rechenzentrum, umgeben von Kabelregalen und einer Wand im Hintergrund.

Urteil: Meta muss Telekom 30 Millionen Euro zahlen - Gericht verpflichtet Meta zu 30 Millionen Euro Netznutzungsgebühren an die Telekom

Ein deutsches Gericht hat Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, verurteilt, an die Deutsche Telekom rund 30 Millionen Euro an ausstehenden Netznutzungsgebühren zu zahlen. Das Urteil folgt auf einen langjährigen Streit darüber, ob Technologiekonzerne die Kosten für die Datenübertragung in Telekommunikationsnetzen tragen müssen.

Die Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf schafft einen rechtlichen Präzedenzfall und bestätigt, dass Netzbetreiber von großen Tech-Plattformen Zahlungen für die Abwicklung des Datenverkehrs verlangen können.

Der Fall begann, als Meta 2021 die Zahlungen an die Deutsche Telekom für die Datenübertragung einstellte. Meta argumentierte, es gebe keine formelle Vertragsgrundlage oder Zahlungspflicht, da der Telekommunikationsanbieter lediglich seine Verpflichtungen gegenüber den eigenen Kunden erfülle. Die Deutsche Telekom bestand jedoch darauf, für die Abwicklung des Datenverkehrs des Meta-Tochterunternehmens Edge Network eine Vergütung zu erhalten.

Das Gericht wies die Einwände von Meta zurück und bestätigte ein früheres Urteil, erweiterte sogar den geforderten Zeitraum. Die Richter wiesen darauf hin, dass Edge Network seinen Datenverkehr über andere Anbieter hätte umleiten können, falls es mit den Gebühren nicht einverstanden gewesen wäre. Zudem verwiesen sie die behauptete Marktbeherrschung der Deutschen Telekom in den Hintergrund und betonten stattdessen das Prinzip, dass Netzbetreiber für erbrachte Dienstleistungen eine Vergütung verdienen.

Dieser Rechtsstreit ist Teil einer größeren europäischen Debatte darüber, ob US-Techgiganten stärker an den Kosten für die Telekommunikationsinfrastruktur beteiligt werden sollten. Während Netzbetreiber argumentieren, dass Unternehmen wie Meta von ihren Netzen profitieren, blieb die politische Unterstützung für solche Forderungen bisher begrenzt. Bisher liegen keine Reaktionen anderer europäischer Anbieter wie Vodafone vor.

Das Urteil zwingt Meta zur Zahlung von 30 Millionen Euro und bestätigt, dass Telekommunikationsunternehmen Gebühren für die Datenübertragung erheben dürfen. Es stärkt zudem die Position, dass große Technologiekonzerne sich an den Netzkosten beteiligen müssen. Die Entscheidung könnte künftige Auseinandersetzungen zwischen Netzbetreibern und digitalen Plattformen in ganz Europa beeinflussen.