22 March 2026, 12:32

Gericht stoppt Vuelings Gebühren für Standard-Handgepäck – ein Präzedenzfall für Europa

Gruppe von Menschen an einem schwarz-weißen Flughafen-Szenario mit Gepäck und Schließfächern im Hintergrund.

Gericht stoppt Vuelings Gebühren für Standard-Handgepäck – ein Präzedenzfall für Europa

Ein deutsches Gericht hat die Praxis der Fluggesellschaft Vueling verurteilt, für standardmäßiges Handgepäck zusätzliche Gebühren zu verlangen. Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass Passagiere keine Zusatzkosten für Gepäckstücke zahlen müssen, die angemessene Größenlimits einhalten. Die Klage war von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) eingereicht worden, die argumentierte, Handgepäck sei ein grundlegender Bestandteil des Flugreise.

Unterdessen haben in Brüssel die Verhandlungen über eine umfassendere Reform der EU-Fluggastrechte begonnen. Diese Gespräche könnten künftige Regelungen zu Gepäckbestimmungen bei europäischen Airlines prägen.

Das Urteil folgt auf eine Klage des vzbv gegen Vueling. Die Fluggesellschaft hatte bisher nur eine kleine Tasche mit maximal 20 x 30 x 40 Zentimetern als kostenloses Handgepäck erlaubt. Die Richter urteilten, dass diese Regelung Passagiere unangemessen benachteilige, da auch größere, aber dennoch vernünftige Gepäckstücke keine Zusatzgebühren rechtfertigten.

Ramona Popp, die Vorstandsvorsitzende des vzbv, kritisierte Airlines, die durch restriktive Gepäckvorschriften zusätzliche Gewinne erzielten. Sie forderte eine standardisierte Freigepäckregelung: ein kleines persönliches Gepäckstück sowie ein Handgepäckkoffer mit mindestens 115 Zentimetern Gesamtgröße und bis zu zehn Kilogramm Gewicht – alles im Ticketpreis enthalten. Popp rief zudem die EU auf, klare rechtliche Vorgaben für Handgepäck einzuführen, da die aktuellen Bestimmungen der EU-Verordnung 261/2004 nur Entschädigungen bei Verspätungen, Annullierungen und Boardingverweigerungen regeln.

Das Urteil könnte Schulwirkung für andere Fluggesellschaften entfalten. Ähnliche Klagen gegen EasyJet, Eurowings und Wizz Air sind noch anhängig. Bisher haben sich der Europäische Rat, das Europäische Parlament und die Europäische Kommission in den laufenden Reformdebatten jedoch noch nicht offiziell zu verbindlichen kostenlosen Handgepäckregelungen positioniert.

Durch das Urteil ist Vueling nun gezwungen, seine Handgepäckrichtlinien anzupassen. Passagiere der Airline müssen künftig keine Zusatzgebühren mehr für standardgroßes Handgepäck zahlen. Das Ergebnis könnte auch andere anhängige Verfahren beeinflussen und den Druck auf strengere EU-weite Gepäckvorschriften in künftigen Reformen erhöhen.

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