08 November 2025, 14:02

Gericht stoppt fragwürdige Forderungen: 1N Telecom verliert vor Landgericht Leipzig

Ein grünes und oranges Telefon.

Gericht stoppt fragwürdige Forderungen: 1N Telecom verliert vor Landgericht Leipzig

Das Landgericht Leipzig hat zugunsten eines Angeklagten entschieden und bestätigt, dass bei einem angeblichen Tarifwechsel mit der 1N Telecom kein rechtlich bindender Vertrag zustande gekommen ist. Dieses Urteil reiht sich in eine Serie fragwürdiger Praktiken des Unternehmens ein, das weiterhin Zahlungen von Kunden fordert, die von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht oder Verträge angefochten haben. Auch der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der 1N Telecom unwirksam sind, wenn sie in Papierform lediglich über einen Internetlink zugänglich gemacht werden.

Die 1N Telecom steht seit Langem in der Kritik, weil sie mit aggressiven Marketingmethoden arbeitet – darunter die Belästigung von Verbrauchern mit unaufgeforderten Werbung und gefälschten Gewinnbenachrichtigungen. Viele Kunden berichten, sie seien unter falschen Versprechungen von der Deutschen Telekom gewechselt und hätten für ungenutzte Anschlüsse bezahlt. Trotz zahlreicher Beschwerden hat das Unternehmen seine strittigen Forderungen an die TPI Investment verkauft, die nun ehemalige Kunden mit hohen Summen in Anspruch nimmt. Verbraucherschützer wie Heike Teubner von der Verbraucherzentrale Sachsen raten dazu, solche Forderungen zurückzuweisen und nicht aus Angst zu zahlen. Die TPI Investment verschickt außergerichtliche Vergleichsangebote über 200 Euro und droht mit höheren Forderungen, falls nicht gezahlt wird. Das in Essen ansässige Unternehmen, das die umstrittenen Forderungen erworben hat, verlangt derzeit Zahlungen von angeblichen Kunden, von denen viele nie einen gültigen Vertrag mit 1N Telecom hatten oder rechtzeitig gekündigt haben.

Das aktuelle Urteil des Landgerichts Leipzig unterstreicht, wie wichtig es ist, bei unaufgeforderten Angeboten und aggressiven Vertriebsmethoden wachsam zu sein. Verbraucher sollten ihre Rechte kennen und nicht zögern, fragwürdige Verträge anzufechten. Im Fall von 1N Telecom und TPI Investment wird geraten, Forderungen abzulehnen und bei Bedarf rechtlichen Beistand zu suchen.