23 March 2026, 10:35

Frauenfeindliche Ideologien erobern soziale Medien und beeinflussen Wahlen weltweit

Schwarzes und weißes Foto eines Mannes im Anzug und mit Krawatte mit zentrierter Schrift und Logo, das über politische Verhaltensweisen und Integrität berichtet.

Frauenfeindliche Ideologien erobern soziale Medien und beeinflussen Wahlen weltweit

Seit 2020 verbreiten sich extremistische frauenfeindliche Ideologien rasant in den sozialen Medien. Accounts, die solche Ansichten propagieren, haben sich auf Plattformen wie X und TikTok mehr als verdreifacht und erreichen Millionen Nutzer. Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigt ihren wachsenden Einfluss auf die Politik – insbesondere bei den jüngsten Wahlen in Europa und den USA.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die sogenannte "Männlichkeitsszene" (engl. Manosphere) hat sich rasant ausgeweitet: Die Zahl der entsprechenden Accounts stieg von etwa 500.000 im Jahr 2020 auf über 1,5 Millionen bis 2025. Diese Influencer verbreiten eine hypermaskuline Rhetorik, in der Frauen oft als minderwertig dargestellt und ihnen grundlegende Rechte abgesprochen werden – manche fordern sogar, ihnen das Wahlrecht zu entziehen. Ihre Inhalte, die monatlich Milliarden Aufrufe verzeichnen, sickern zunehmend in die politische Mainstream-Debatte ein.

Online-Räume sind mittlerweile überflutet von frauenfeindlichen Schimpfwörtern und Beleidigungen, die oft auf Zustimmung stoßen. Viele Männer in Machtpositionen behandeln Frauen nach wie vor mit Herablassung, sexualisierten Kommentaren oder offener Geringschätzung. Zwar beteiligen sich nicht alle Männer an diesem Verhalten, doch die lautesten Hetzer dominieren die Diskussionen und normalisieren so eine giftige Atmosphäre.

Einige Anhänger feiern den Rückgang sogenannter "woker" Werte als Befreiung, um sexistische Ansichten ohne Konsequenzen äußern zu können. Die Verbreitung dieser Einstellungen prägt bereits Wahlkämpfe – während des US-Präsidentschaftsrennens 2024 trenden Hashtags mit Bezug zur Männlichkeitsszene.

Der Aufstieg extremistischer Frauenfeindlichkeit im Netz zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. Ihr Einfluss beschränkt sich längst nicht mehr auf soziale Medien, sondern wirkt sich auf Wahlen und den öffentlichen Diskurs aus. Ohne Gegenmaßnahmen drohen diese Ansichten noch tiefer in der gesellschaftlichen Mitte zu verankern.

Quelle