10 November 2025, 10:01

Flucht und Auswanderung: Neue Forschung zu jüdischen Schicksalen in Duisburg

Männer in Uniformen gehen auf einer Straße mit einem Eisenzaun dahinter, Bäume und Pfosten im Hintergrund.

Flucht und Auswanderung: Neue Forschung zu jüdischen Schicksalen in Duisburg

Am 13. November 2023 um 18:15 Uhr stellt Johanna Ritzel ihre Masterarbeit in der "DenkStätte" im Stadtarchiv Duisburg vor. Ihre Forschung, die erste systematische Dokumentation seit 1986, untersucht die Flucht und Auswanderung der jüdischen Männer und Frauen aus Duisburg. Die Veranstaltung ist kostenfrei und für 60 Teilnehmer:innen geöffnet.

Ritzels Arbeit hinterfragt das Bild der passiven Opfer, indem sie Flucht und Emigration analysiert. Sie geht zentralen Fragen nach: Wie viele jüdische Einwohner:innen flohen? Wann gab es die größten Auswanderungswellen? Wohin führten ihre Wege – und welche Faktoren beeinflussten ihre Entscheidungen? Anhand individueller Biografien veranschaulicht sie persönliche Schicksale und Bewältigungsstrategien.

Zu den Geflohenen und Ausgewanderten zählten Menschen, die von der nationalsozialistischen Verfolgung betroffen waren. Die meisten verließen die Stadt vor allem in den späten 1930er- bis 1940er-Jahren, wobei einige bereits früher emigrieren konnten, während andere später flohen oder deportiert wurden.

Ritzels Vortrag bietet eine neue Perspektive auf das deutsch-jüdische Leben während des Zweiten Weltkriegs. Er gibt Einblicke in die persönlichen Erfahrungen und Entscheidungen der jüdischen Duisburgers, die fliehen oder auswandern mussten. Die Veranstaltung ist eine Gelegenheit, mehr über dieses bedeutende Kapitel der Stadtgeschichte zu erfahren.