14 January 2026, 18:39

Extremwetter in Bremen und NRW: Schulen bleiben wegen Glatteis zu – und Eltern kämpfen mit Betreuungsnot

Eine Straße mit Schnee, ein Zaun mit Text, eine Wand, Laternenpfähle, Bäume und ein klarer Himmel, mit einem "Chinle High School"-Schild im Vordergrund.

Extremwetter in Bremen und NRW: Schulen bleiben wegen Glatteis zu – und Eltern kämpfen mit Betreuungsnot

Schulen in drei Bundesländern bleiben wegen extremer Winterbedingungen geschlossen

Schulen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen bleiben am Montag aufgrund schwerer Winterwetterlagen geschlossen. Nach Warnungen vor gefährlichem Glatteis haben die drei Bundesländer kurzfristig die Schließungen angekündigt. Die plötzliche Entscheidung stellt viele Familien vor unvorhergesehene Betreuungsprobleme.

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Sonntag dringend vor extremen Eisglätte-Gefahren gewarnt. Als Reaktion ordneten die Bildungsbehörden in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen die sofortige Schließung aller Schulen für Montag, den 12. Januar 2026, an. Stattdessen soll auf digitalen Unterricht ausgewichen werden – doch die Umstellung wirft Fragen nach Chancengerechtigkeit auf.

Nicht alle Schülerinnen und Schüler verfügen über einen stabilen Internetzugang, einen ruhigen Arbeitsplatz oder elterliche Unterstützung für den Online-Unterricht. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass viele Kinder nah genug an ihrer Schule wohnen, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad dorthin zu gelangen. Dies lässt Zweifel aufkommen, ob nicht stattdessen sichere Schulwege hätten organisiert werden können – etwa durch früheren Einsatz von Schneepflügen und Streudiensten.

Die Umstellung auf digitalen Unterricht offenbart zudem weiterhin bestehende Probleme bei Technik und Lehrmethoden. Einige Lehrkräfte haben Schwierigkeiten, ihren Unterrichtsstoff für die Fernlehre anzupassen, während Schüler ohne geeignete Geräte oder Internetzugang Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren. Kritiker argumentieren, dass ein klassischer "Schneefreier Tag", an dem alle Kinder gleichermaßen schulfrei haben, fairer gewesen wäre als die ungleiche Abhängigkeit von digitalen Möglichkeiten.

Eltern stehen nun vor unerwarteten Betreuungsengpässen, da viele kurzfristig keine freinehmen können. Zwar ermöglichen Handys den Kindern, im Notfall Hilfe zu rufen, falls Wege zu glatt werden – doch warum dies nicht als ausreichende Sicherheitsmaßnahme galt, blieb seitens der Behörden unklar.

Die Schließungen gelten bis zur Besserung der Wetterlage. Besonders belastet sind Familien ohne zuverlässiges Internet oder Betreuungsmöglichkeiten. Noch ist nicht geklärt, ob ausgefallener Stoff nachgeholt oder für betroffene Schülerinnen und Schüler angepasst wird.