Evonik kündigt neue Dividendenpolitik und Stellenabbau für 2026 an
Clara MeyerEvonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik kündigt neue Dividendenpolitik und Stellenabbau für 2026 an
Evonik hat eine neue Dividendenpolitik angekündigt, die die finanzielle Flexibilität des Unternehmens stärken soll. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer schwächeren konjunkturellen Lage und eines leichten Rückgangs des Marktanteils gegenüber chinesischen Wettbewerbern. Vorstandsvorsitzender Christian Kullmann stellte die Änderungen vor und kündigte gleichzeitig Pläne an, die Kosten im Jahr 2026 zu senken.
Der Chemiekonzern verzeichnete für 2025 einen Umsatzrückgang von 7 % auf 14,1 Milliarden Euro. Auch das bereinigte EBITDA sank um 9 % auf knapp unter 1,9 Milliarden Euro. Trotz dieser Herausforderungen setzt Evonik weiterhin auf Innovation und meldet jährlich rund 1.200 Patente an. Zudem erweitert das Unternehmen sein Portfolio an nachhaltigen, biobasierten Produkten.
Für 2026 erwartet Evonik eine leichte Erholung des bereinigten EBITDA und prognostiziert eine Spanne von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro. Um dies zu unterstützen, plant das Unternehmen, im kommenden Jahr etwa 1.000 Stellen abzubauen. Die neue Dividendenpolitik sieht für 2025 eine Ausschüttung von 1,00 Euro pro Aktie vor, gefolgt von einer Ausschüttungsquote von 40 bis 60 % des bereinigten Nettoergebnisses in den Folgejahren.
In den vergangenen fünf Jahren hat Evonik in zentralen Geschäftsbereichen wie Silikonen und Isocyanaten Marktanteile verloren – von etwa 8 % auf 6,5 %. Gleichzeitig haben chinesische Konkurrenten wie Sinochem und Wanhua ihren Anteil auf über 25 % ausgebaut, begünstigt durch geringere Kosten und eine gestiegene Produktionskapazität. Die RAG-Stiftung, größter Evonik-Aktionär, unterstützt die neue Dividendenstrategie.
Die neue Dividendenpolitik und die Kostensenkungsmaßnahmen zielen darauf ab, die finanzielle Position von Evonik zu festigen. Das Unternehmen bleibt innovativ und passt sich gleichzeitig dem Wettbewerbsdruck an. Aktionäre können ab 2025 mit einer strukturierten Ausschüttungspolitik rechnen.