Europas Gasmarkt kämpft mit Überangebot und fehlenden Speicherkapazitäten
Henry KochEuropas Gasmarkt kämpft mit Überangebot und fehlenden Speicherkapazitäten
Der europäische Gasmarkt steht vor neuen Herausforderungen, da sich die Sorgen von den Lagerbeständen hin zu Kapazitätsgrenzen verlagern. Die Preise dürften weiter fallen, um das Angebot und die Lagerengpässe auszugleichen. Analysten warnen zudem vor strukturellen und zyklischen Faktoren, die die Nachfrage niedrig halten.
Noch vor kurzem lag der Fokus darauf, ob Europa über ausreichend Gasreserven verfügt. Nun stellt sich die Frage, ob überhaupt genug Speicherkapazitäten vorhanden sind. Weltweit bleibt die konventionelle Gasspeicherung unzureichend, was zusätzliche Kapazitäten in den USA erfordern könnte.
Die europäischen Flüssiggaslieferungen (LNG) werden voraussichtlich weiterhin relativ hoch bleiben. Dieses Überangebot in Kombination mit einer schwachen Nachfrage drückt die Preise nach unten. Die CIB (Commerzbank International Business) bleibt für das Jahr 2024 pessimistisch und prognostiziert für den niederländischen Gasgroßhandelsindex TTF einen Durchschnittspreis von 29,5 €/MWh im Jahr 2024 und 30,5 €/MWh im Jahr 2025.
Joel Hancock, Rohstoffanalyst bei der CIB, wird diese Entwicklungen auf der E-World-Konferenz in Essen vom 20. bis 22. Februar erörtern. Die CIB zählt zu den Ausstellern der Veranstaltung.
Der Markt passt sich einer neuen Realität an: einem reichlichen Angebot bei gleichzeitig begrenzten Speichermöglichkeiten. Da die Nachfrage schwach bleibt, dürften die niedrigen Preise anhalten. Die Prognosen der CIB deuten darauf hin, dass der TTF-Preis bis 2025 unter 31 €/MWh bleiben wird.






