26 January 2026, 19:22

EU und Indien unterzeichnen historisches Freihandelsabkommen am 27. Januar 2026

Eine Liniengrafik mit dem Titel "US-Handel mit China in Gütern" zeigt Importe und Exporte im Zeitverlauf, mit Jahren auf der x-Achse und Handelsmengen auf der y-Achse, unterteilt in farbige Abschnitte für verschiedene Handelsebenen.

EU und Indien unterzeichnen historisches Freihandelsabkommen am 27. Januar 2026

Erwartetes Freihandelsabkommen zwischen EU und Indien soll am 27. Januar 2026 unterzeichnet werden

Nach erfolgreichen Abschlussverhandlungen wird das seit Langem erwartete Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien am Dienstag, den 27. Januar 2026, unterzeichnet. Die Gespräche zwischen EU-Spitzenvertretern und dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi in Neu-Delhi endeten am Montag mit einer Einigung. Das Abkommen könnte die Handelsströme neu gestalten – besonders für Deutschland, dessen Exporte nach Indien seit 2019 bereits um fast 40 Prozent gestiegen sind.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa trafen sich mit Modi, um die letzten Details festzuzurren. Der Deal kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die deutschen Exporte nach China um etwa 15 Prozent zurückgegangen sind, was Indien zu einem immer attraktiveren Markt macht. Für deutsche Maschinenbau- und Elektronikunternehmen bietet das Abkommen die Chance, die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu verringern.

Die EU hatte auf strengere Beschränkungen für indische Stahlimporte gedrängt, während sie gleichzeitig besseren Marktzugang für europäische Autos durchsetzte. Indien zeigt sich jedoch zurückhaltend gegenüber der geplanten CO₂-Grenzsteuer der EU, die seine Industrieexporte belasten könnte. Der Agrarsektor bleibt weitgehend aus dem Abkommen ausgeklammert – ein Zeichen für anhaltende Meinungsverschiedenheiten. Indiens Stärke im IT-Bereich eröffnet Europa zudem eine Alternative zu US-amerikanischen Technologieanbietern und könnte die Abhängigkeit verringern. Dennoch mussten beide Seiten Kompromisse eingehen, um einen Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Vorteilen und möglichen Nachteilen zu finden.

Das unterzeichnete Abkommen wird europäischen Exporteuren, insbesondere in Deutschland, neue Möglichkeiten eröffnen. Angesichts des wachsenden indischen Marktes könnte die Vereinbarung die Verbindungen zwischen Europas exportorientierten Industrien und einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Asiens stärken. Die endgültigen Konditionen werden zeigen, in welchem Umfang sich der Handel in den kommenden Jahren von China wegverlagert.