31 March 2026, 16:37

EU-Kommission reformiert Emissionshandel: Chemiebranche erhält Entlastung bei CO₂-Zertifikaten

Eine Liniengrafik, die die Emissionsreduktionsziele des Paris-Abkommens (blaue Linie) mit den tatsächlichen Emissionen (grüne Linie) vergleicht und einen stetigen Anstieg der Emissionen über die Zeit zeigt.

EU-Kommission reformiert Emissionshandel: Chemiebranche erhält Entlastung bei CO₂-Zertifikaten

EU-Kommission stellt am Mittwoch Reformpläne für den Emissionshandel vor

Die Europäische Kommission wird an diesem Mittwoch ihre ersten Vorschläge zur Reform des EU-Emissionshandelsystems (EU-ETS) vorlegen. Die Pläne sehen zentrale Anpassungen vor, um die chemische Industrie zu unterstützen und gleichzeitig Bedenken wegen hoher Energiepreise und Wettbewerbsfähigkeit zu adressieren.

Ziel der Reformen ist es, Klimaziele mit wirtschaftlicher Stabilität in Einklang zu bringen – eine Reaktion auf den Druck von Industrievertretern und Politikern. Laut den neuen Vorschlägen wird die Kommission die Referenzwerte (Benchmarks), die für die Zuteilung kostenloser CO₂-Zertifikate maßgeblich sind, überarbeiten. Diese Maßnahme kommt einer langjährigen Forderung der Chemiebranche nach, die kritisiert, dass die aktuellen Benchmarks die realen Produktionsbedingungen nicht ausreichend abbilden. Die Änderungen sollen die finanzielle Belastung der Hersteller verringern, ohne die Emissionsreduktionsziele aus den Augen zu verlieren.

Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Marktstabilitätsreserve (MSR), einen Mechanismus, der das Angebot an CO₂-Zertifikaten steuert. Die Kommission wird die dauerhafte Streichung überschüssiger Zertifikate abschaffen – ein Schritt, der zuvor als zu starr kritisiert worden war, da er die Markflexibilität einschränke. Diese Entscheidung folgt Appellen von Industrievertretern, darunter Evonik-Chef Christian Kullmann, der sich entweder für eine Abschaffung oder eine grundlegende Reform des ETS ausgesprochen hatte.

Der Reformdruck verstärkte sich, nachdem Kullmann und der EU-Abgeordnete Peter Liese in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt pragmatische Lösungen und kluge Kompromisse gefordert hatten. Sie warnten, dass zu starre Regeln die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas untergraben könnten, ohne spürbare Klimavorteile zu bringen.

Wie aus Kreisen der Kommission und Berichten des Handelsblatt hervorgeht, zielen die Vorschläge darauf ab, die Sorgen der Industrie zu berücksichtigen, ohne die Wirksamkeit des ETS bei der Emissionsreduktion zu gefährden. Die Reformen werden am Mittwoch offiziell vorgestellt und leiten die Verhandlungen zwischen den EU-Mitgliedstaaten und Abgeordneten ein.

Kernpunkte der ETS-Reform: Anpassung der Benchmarks und Abschaffung der Zertifikatstreichung Die geplanten Änderungen sehen vor, die Referenzwerte für die kostenlose Zuteilung von CO₂-Zertifikaten anzupassen und die Streichung überschüssiger Zertifikate aus der Marktstabilitätsreserve zu streichen. Damit soll die chemische Industrie in Zeiten steigender Energiekosten entlastet werden, ohne die ökologischen Ziele des Systems zu gefährden. Die Ankündigung der Kommission am Mittwoch wird die Debatte darüber einleiten, wie Klimaschutz und wirtschaftliche Erfordernisse in Einklang gebracht werden können.

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