Essens lebendige Erinnerungskultur: Tag der Archive ehrt Nelli Neumanns Vermächtnis
Jonas MayerEssens lebendige Erinnerungskultur: Tag der Archive ehrt Nelli Neumanns Vermächtnis
Essen feierte am 8. März 2026 den Tag der Archive
Anlässlich des Tags der Archive öffnete Essen am 8. März 2026 die Türen des Hauses der Essener Geschichte und des Stadtarchivs für die Öffentlichkeit. Die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung fiel mit dem Internationalen Frauentag zusammen und bot Besuchern vertiefte Einblicke in die Vergangenheit der Stadt. Im Mittelpunkt stand dabei auch die Geschichte von Nelli Neumann, einer jüdischen Lehrerin, die einst mit dem historischen Gebäude verbunden war.
Das Haus der Essener Geschichte, das heute als offizieller FrauenOrt (Ort der FrauenGeschichte) ausgewiesen ist, bildete den Rahmen für die Veranstaltung. Die Gäste konnten Archivmaterialien erkunden, die zentrale Abschnitte der Essener Stadtgeschichte beleuchten – darunter auch das Leben von Nelli Neumann. Ihr Vermächtnis wird durch Dokumente und einen Stolperstein, eine Gedenktafel aus Messing am Ernst-Schmidt-Platz, bewahrt.
Am 16. März 2026 betonte Oberbürgermeister Thomas Kufen in einer Ansprache die Bedeutung des Stadtarchivs und lokaler Geschichtsinitiativen. Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Ehrenamtlichen für ihr Engagement, das die Erinnerungskultur Essens lebendig hält. Die Archive bewahren Unterlagen über Neumanns Wirken und ihre Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus auf – und sorgen so dafür, dass ihre Geschichte Teil des kollektiven Gedächtnisses der Stadt bleibt.
Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, sich mit der Essener Geschichte auseinanderzusetzen, insbesondere mit den Leistungen von Frauen wie Nelli Neumann. Durch die Zugänglichkeit der Archivarbeit würdigt die Stadt ihre Vergangenheit. Der nächste Tag der Archive findet in zwei Jahren statt und wird weitere Möglichkeiten bieten, sich mit dem lokalen Erbe zu beschäftigen.