15 December 2025, 19:19

Eon-Chef fordert Netz-Vorrang für Industrie statt Ökostrom – und stellt Energiepolitik infrage

Eine Windmühle, mehrere Gebäude, Bäume, Metallstangen und ein Zaun in einer ländlichen Umgebung.

Eon-Chef fordert Netz-Vorrang für Industrie statt Ökostrom – und stellt Energiepolitik infrage

Eon-Chef Birnbaum fordert Netzanbindung-Vorrang für Arbeitsplatzschaffende vor Ökostrom

Teaser: Leonhard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender des größten europäischen Netzbetreibers Eon, verlangt, dass bei künftigen Netzanschlüssen Verbraucher Vorrang vor Wind- und Solarparks erhalten sollen. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte Birnbaum, nach geltendem Recht müssten Netzbetreiber Anbindungsanträge von Erneuerbare-Energien-Produzenten bevorzugen. Die Folge: „Wenn ein mittelständisches Unternehmen, ein neuer Industriepark oder ein Rechenzentrum anschließen will, muss es unter Umständen warten…“

1. Dezember 2025

Schlagwörter: Erneuerbare Energien, Industrie, Energiepolitik, Wirtschaft

Artikel: Leonhard Birnbaum, Chef des Energiekonzerns Eon, fordert eine grundlegende Reform der deutschen Netzanschlussregeln. Sein Argument: Unternehmen, Industrieparks und Rechenzentren sollten künftig bei der Netzanbindung Vorrang vor Projekten für erneuerbare Energien erhalten. Die Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Eon angibt, seit 1997 rund 70 Prozent der Onshore-Windräder und die Hälfte der Solaranlagen in Deutschland an das Netz angeschlossen zu haben.

Aktuell schreiben die Vorschriften vor, dass Netzbetreiber Anbindungsgesuche von Ökostrom-Erzeugern beschleunigt bearbeiten müssen. Diese Regelung hat Unternehmen wie Eon in den vergangenen Jahrzehnten ermöglicht, über 800 Wind- und Solarparks an das deutsche Stromnetz anzubinden. Doch Birnbaum warnt, das System gefährdet nun die Stromversorgung von Betrieben – mit potenziellen Risiken für Arbeitsplätze.

Mit seiner Intervention setzt der Eon-Chef die Politik unter Zugzwang, die Prioritäten bei der Netzvergabe neu zu bewerten. Würden seine Vorschläge umgesetzt, wäre dies ein deutlicher Kurswechsel in der deutschen Energiepolitik: ein Abwägen zwischen dem Ausbau grüner Energien und den Bedürfnissen der deutschen Bahn. Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund des deutschen Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen – bei gleichzeitigem Ziel, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.