Dramé-Brüder kämpfen um Bleiberecht trotz laufender Aufklärung in Dortmund
Clara MeyerDramé-Brüder kämpfen um Bleiberecht trotz laufender Aufklärung in Dortmund
Zwei Brüder, denen die Abschiebung aus Deutschland droht, kämpfen um ihr Bleiberecht, während die juristische Aufarbeitung des Todes ihres Bruders weiterläuft. Sidy und Lassana Dramé, dessen Bruder Mouhamed Lamine Dramé im Jahr 2022 in Dortmund getötet wurde, wurde mitgeteilt, dass ihre Aufenthaltserlaubnisse nicht verlängert werden – trotz ihrer zentralen Rolle im Fall um die tödlichen Polizeischüsse. Die Entscheidung hat Kritik von Unterstützer:innen ausgelöst, die argumentieren, die Brüder seien entscheidend für die anhaltende juristische und politische Aufarbeitung des Falls in der Dortmunder Nordstadt.
Mouhamed Lamine Dramé wurde am 8. August 2022 bei einem Polizeieinsatz getötet. Seine Brüder Sidy und Lassana stellen seitdem die Ermittlungen infrage: Der Einsatz sei fehlerhaft gewesen, der Tod hätte vermieden werden können. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Familie Dramé haben gegen den Freispruch der beteiligten Beamten Berufung eingelegt; der Fall liegt nun beim Bundesgerichtshof (BGH) in Deutschland.
Das Dortmunder Ausländeramt lehnte den Antrag der Brüder auf Verlängerung ihres Aufenthalts ab – mit der Begründung, es lägen keine triftigen Gründe vor. Ihre Genehmigungen liefen am 31. Januar 2026 aus. Die Behörden argumentierten, die Brüder könnten sich remote mit ihrem Anwalt abstimmen und im Falle einer Neuverhandlung ein neues Visum beantragen.
Unterstützer:innen verteidigen das Bleiberecht der Dramés und verweisen auf ihre zentrale Rolle im Verfahren sowie ihr etabliertes Leben in Nordrhein-Westfalen. Die Brüder selbst betonen, sie wollten an weiteren Prozessen persönlich teilnehmen, falls ihre Revision Erfolg habe. Stand Februar 2026 gibt es in keiner anderen deutschen Stadt Initiativen – wie Straßen- oder Platzbenennungen –, die an Mouhamed Dramés Tod erinnern.
Anwältin Lisa Grüter bestätigte die Entscheidung des Ausländeramts. Damit bleibt die Zukunft der Brüder in Deutschland ungewiss, während der Rechtsstreit andauert.
Die Abschiebedrohung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Revisionsverfahren gegen den Freispruch der Beamten noch nicht abgeschlossen ist. Sollte der BGH eine Neuverhandlung anordnen, könnten die Brüder erneut versuchen, persönlich teilzunehmen. Bis dahin hängt ihr Aufenthaltsstatus in der Schwebe – weitere Verlängerungen durch die Ausländerbehörden gibt es nicht.