08 February 2026, 15:20

Dortmunder Initiative kämpft für Würde und Schutz obdachloser Menschen

Eine belebte Stadtstraße mit Fahrzeugen, Radfahrern, Gebäuden und einem "Willkommen in Santa Rosa"-Schild auf der rechten Seite.

Dortmunder Initiative kämpft für Würde und Schutz obdachloser Menschen

Dortmunder Initiative "Schlaf statt Strafe" fordert besseren Schutz für Obdachlose

Seit ihrem Start im Jahr 2023 setzt sich die Dortmunder Initiative "Schlaf statt Strafe" für eine bessere Unterstützung von Obdachlosen ein. Die Gruppe bringt aktuelle Todesfälle – darunter den einer ehemaligen Sozialarbeiterin – mit der kommunalen Politik gegenüber Menschen ohne Wohnraum in Verbindung. Nun fordert sie mehr Notunterkünfte, öffentliche Toiletten und ein Ende der Strafen für Obdachlosigkeit.

Allein in diesem Winter starben fünf wohnungslose Menschen in der Stadt. Als Reaktion darauf organisierten Aktivist:innen einen Trauermarsch, um der Verstorbenen zu gedenken und politische Veränderungen einzufordern.

Die Initiative entstand 2023 als Kritik an Dortminds Umgang mit Obdachlosigkeit. Bis Ende 2025 waren rund 1.200 Menschen als wohnungslos registriert oder erhielten städtische Hilfe, etwa 150 bekommen noch immer monatliche Unterstützung. Dennoch halten Aktivist:innen die bisherigen Maßnahmen für unzureichend.

Einer der von der Kampagne thematisierten Todesfälle betrifft Marlies S., eine ehemalige Sozialarbeiterin. Sie musste ihren Schlafort aufgrund städtischer Vorschriften verlegen, bevor sie starb. Die Initiative macht Dortmunds Vorgehen direkt für ihren Tod mitverantwortlich – eine Politik, die Obdachlosigkeit ihrer Meinung nach kriminalisiere, statt ihre Ursachen zu bekämpfen.

Die Polizei betont, ihr Ansatz sei ausgewogen und kombiniere Kontrollen mit Prävention und Hilfsangeboten. Die Initiative jedoch besteht auf weiteren Schritten: gefordert werden rund um die Uhr geöffnete Wärmehallen, ein Kältebus und ein diskriminierungsfreier Zugang zu Notunterkünften.

Stefan Cramer, der derzeit in einem Abstellraum schläft, sieht die Lösung in mehr Wohnraum. Er hofft, bald eine eigene Wohnung zu finden, betont aber, dass es vielen anderen weit schlechter gehe. Laut der Kampagne habe die Stadt zwar Fortschritte im Bewusstsein für das Problem gemacht – doch an praktischen Verbesserungen wie öffentlichen Toiletten und sicheren Schlafplätzen fehle es noch immer.

Der Trauermarsch soll an die fünf Menschen erinnern, die in diesem Winter starben. Die Organisator:innen wollen, dass ihr Tod als Weckruf für langfristige Veränderungen dient – hin zu mehr Würde und sicheren Lebensbedingungen für Obdachlose.

Die Initiative "Schlaf statt Strafe" erhöht weiterhin den Druck auf Dortmund, die Obdachlosenpolitik zu reformieren. Zu ihren Forderungen zählen offene Notunterkünfte, ein eigens eingerichteter Kältebus und das Ende von Bußgeldern für das Schlafen im öffentlichen Raum. Bei aktuell 150 Menschen, die monatliche Hilfe erhalten, pocht die Gruppe darauf, dass echter Wandel mehr erfordert als bloße Aufmerksamkeit – nötig seien konkrete Maßnahmen, um weitere Todesfälle zu verhindern.