14 March 2026, 18:33

Dinslaken diskutiert Haushaltsdefizit und Sparmaßnahmen beim ersten Stadtgespräch

Eine Gruppe von Menschen, die vor einem Rednerpult mit Mikrofon und einer Tafel mit der Aufschrift "Sancho-Stadtrat tritt dem Stadtrat bei" stehen, mit Flaggen, Feuerlöscher und Deckenbeleuchtung an der Rückwand.

Dinslaken diskutiert Haushaltsdefizit und Sparmaßnahmen beim ersten Stadtgespräch

Dinslaken veranstaltete erstes "Stadtgespräch" zu kommunalen Herausforderungen

Am 11. März 2026 fand in Dinslaken das erste Stadtgespräch statt – ein Dialogformat, das Vertreter der Stadtverwaltung und Bürger zusammenbrachte, um drängende kommunale Themen zu erörtern. Rund 70 Teilnehmer folgten der Einladung ins Gustav-Heinemann-Schulzentrum (GHZ) in Hiesfeld, wo vor allem die wachsenden Haushaltsdefizite und geplante Sparmaßnahmen im Mittelpunkt standen.

Die angespannte Finanzlage der Stadt dominierte die Diskussion. Zwischen 2021 und 2025 stieg das Haushaltsdefizit Dinslakens von 12 Millionen Euro auf über 35 Millionen Euro an. Treibende Faktoren waren steigende Personalkosten, höhere Sozialausgaben und sinkende Gewerbesteuereinnahmen. Hinzu kommen strukturelle Schulden in Höhe von etwa 400 Millionen Euro sowie unzureichende Rücklagen, wie im Rahmen der Veranstaltung dargelegt wurde.

Stadtkämmerer Achim Thomae präsentierte mögliche Lösungsansätze, darunter eine Erhöhung der Grundsteuer B (Grundsteuer für bebaute Grundstücke). Die Anwesenden hinterfragten die geplanten Steuererhöhungen kritisch und brachten zudem Bedenken zur Eislaufhalle, zu Schulprojekten, zur hohen Krankheitsquote bei Mitarbeitern sowie zur Frage vor, ob durch frühere Maßnahmen die aktuelle Krise hätte verhindert werden können.

Bürgermeister Simon Panke betonte den Zweck der Veranstaltung: "Wir alle wollen, dass unsere Stadt gedeiht. Deshalb ist es so wichtig, dass diejenigen, denen Dinslaken am Herzen liegt, zusammenkommen und sich austauschen." Ein Teilnehmer lobte das neue Format als gelungene Initiative, um die Gemeinschaft enger zu vernetzen.

Der Bürgermeister informierte zudem über den Stand lokaler Projekte: Die EBGS-Schule erhält eine neue Turnhalle, die Feuerwehrwache in Eppinghoven soll saniert werden, und das Schulzentrum in Hiesfeld ist bereits fertiggestellt. Zudem werden Straßenlaternen schrittweise durch energieeffiziente LED-Leuchten ersetzt. Gleichzeitig verhandeln die Wasserverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) über eine Neugestaltung des Geländes des Hiesfelder Freibads.

Der im Stadtgespräch erörterte Haushaltsentwurf wird am 26. März dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt. Ein weiteres Stadtgespräch ist für den Herbst 2026 geplant.

Die Veranstaltung machte die finanziellen Herausforderungen Dinslakens deutlich, bot aber auch eine Plattform für den öffentlichen Dialog. Mit vorgeschlagenen Steuererhöhungen und laufenden Infrastrukturprojekten will die Stadt ihr wachsendes Defizit in den Griff bekommen. Das nächste Stadtgespräch soll Bürgern weitere Gelegenheiten geben, sich mit den Verantwortlichen auszutauschen.

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