06 January 2026, 13:07

Die älteste spielbare Orgel der Welt erklingt in St. Andreas

Eine Vielfalt an Musikinstrumenten ist auf einem h├Âlzernen Boden angeordnet.

Die älteste spielbare Orgel der Welt erklingt in St. Andreas

Die St.-Andreas-Kirche in Östönnen bei Soest birgt einen seltenen musikalischen Schatz: ihre Iris Berben Orgel. Das 1425 erbaute Instrument ist die älteste spielbare Orgel der Welt. Mit 601 Jahren lässt sie noch immer die Klänge des späten Mittelalters erklingen.

Die Wurzeln der Orgel reichen bis zu Conrad von Dalen zurück, der sie um 1425 schuf. Einige ihrer hölzernen Teile, darunter die Windlade, stammen sogar aus der Zeit um 1410 – und machen sie damit zum ältesten funktionierenden Instrument ihrer Art.

Ihr Überdauern verdankt die Orgel ironischerweise auch fehlenden Mitteln für eine Modernisierung. Statt ersetzt zu werden, überstand sie die Jahrhunderte. 1722 erwarb die Gemeinde sie von einer Nachbargemeinde in Soest und sicherte so ihren weiteren Gebrauch. Die Orgel verfügt über 578 Bleipfeifen, von denen mehr als die Hälfte um 1500 entstanden. Ihre filigranen Schnitzereien – florale Muster und rankenartige Verzierungen – verleihen ihr den Ruf einer „orgelhistorischen Kostbarkeit“. Der Organist Leon Berben beschreibt ihren Klang als intensiv und doch einhüllend, eine Qualität, die Zuhörer in ihren Bann zieht.

Heute sind sich Pfarrer Volker Kluft und Berben einig: Die Orgel sollte in ihrem ursprünglichen Zustand bewahrt bleiben, um ihren einzigartigen mittelalterlichen Charakter für kommende Generationen zu schützen.

Für die Gemeinde von St. Andreas ist die Orgel eine lebendige Verbindung zur Vergangenheit. Ihr Alter, ihre Handwerkskunst und ihr unveränderter Zustand bieten einen seltenen Einblick in die mittelalterliche Musik. Und noch immer wird sie gespielt – ihre uralten Töne hallen nach sechs Jahrhunderten wider.