30 May 2026, 16:20

DFG fördert Forschung zu chronischen Entzündungen durch westlichen Lebensstil

Profiling und anti-entflammungsaktive Moleküle: TU Braunschweig liefert wichtige Komponenten für die Forschung			Zweite Förderphase für das Collaborative Research Center

DFG fördert Forschung zu chronischen Entzündungen durch westlichen Lebensstil

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die zweite Förderphase für den Sonderforschungsbereich (SFB) 1454 mit dem Titel „Metaflammation und zelluläre Programmierung“ bewilligt. Der an der Universität Bonn angesiedelte Verbund untersucht, wie westliche Lebensgewohnheiten zur Entstehung chronisch-entzündlicher Erkrankungen beitragen. Bereits in der ersten Phase entdeckten die Forscherinnen und Forscher neue molekulare Zusammenhänge – darunter eine bisher unbekannte entzündungshemmende Substanz in Immunzellen.

Am SFB sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bonn, der Technischen Universität Braunschweig sowie des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung beteiligt. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Erforschung der „Metaflammation“ – einer schleichenden, chronischen Entzündung, die mit Krankheiten wie Herzerkrankungen, Diabetes und neurodegenerativen Störungen in Verbindung gebracht wird. Durch die Untersuchung fehlerhafter Programmierungen von Immunzellen wollen die Forscher neue Ansätze für Prävention und Therapie entwickeln.

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In der ersten Förderphase identifizierte das Team um Professor Karsten Hiller Mesaconat – ein Molekül mit entzündungshemmender Wirkung, das in Immunzellen vorkommt. Eine weitere zentrale Erkenntnis war der drastische Rückgang der Aminosäure Aspartat in entzündeten Makrophagen, was auf ihre Rolle bei der Regulation von Entzündungsprozessen hindeutet.

In der zweiten Phase wird nun genauer untersucht, warum der Aspartat-Spiegel während Entzündungen sinkt und wie sich dies auf die Produktion von Stickstoffmonoxid auswirkt. Mithilfe modernster metabolischer Profilierung und Massenspektrometrie analysieren die Forscher Metabolite in Zellen, Geweben und Körperflüssigkeiten, um die Verbindungen zwischen Stoffwechsel und Immunantwort zu entschlüsseln. Eine Schlüsselrolle übernehmen dabei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Biochemie und Bioinformatik der TU Braunschweig.

Mit der verlängerten Förderung kann der SFB die Mechanismen der Metaflammation weiter erforschen. Durch die Aufklärung, wie Lebensstilfaktoren zu Fehlfunktionen von Immunzellen führen, könnte das Projekt den Weg für gezielte Therapien ebnen. Langfristig könnten die Erkenntnisse helfen, Krankheiten zu bekämpfen, die durch chronische Entzündungen angetrieben werden.

Quelle