Deutsches Start-up revolutioniert Geothermie mit CO₂-Technologie und 9,1 Millionen Dollar
Jonas MayerDeutsches Start-up revolutioniert Geothermie mit CO₂-Technologie und 9,1 Millionen Dollar
Factor2 Energy: Deutsches Start-up sichert 9,1 Millionen US-Dollar für bahnbrechendes CO₂-Geothermie-System
Das deutsche Start-up Factor2 Energy hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 9,1 Millionen US-Dollar eingesammelt, um sein innovatives Geothermie-System auf CO₂-Basis weiterzuentwickeln. Die Technologie nutzt bestehende CO₂-Speicherstätten und natürliche unterirdische Reservoirs, um sie in aktive Energieanlagen umzuwandeln – und verspricht dabei eine höhere Effizienz zu geringeren Kosten als herkömmliche Methoden.
Gegründet wurde das Unternehmen von Michael Wechsung, Jörg Strohschein und Felix Böhmer, die zuvor gemeinsam bei Siemens Energy tätig waren. Ihr System funktioniert, indem CO₂ durch unterirdische Reservoirs zirkuliert, dort geothermische Wärme aufnimmt und durch den Thermosiphon-Effekt natürlich an die Oberfläche steigt. An der Oberfläche wandelt eine spezielle Turbine die Wärme in Strom um – ein geschlossener Kreislauf, der kontinuierlich Energie erzeugt und gleichzeitig CO₂ speichert.
Im Gegensatz zu herkömmlichen wasserbasierten Geothermie-Anlagen liefert das Verfahren unter ähnlichen Bedingungen bis zu doppelt so viel Leistung. Zudem senkt es die Investitionskosten und erschließt Energiegewinnung an Standorten, die bisher als ungeeignet galten. An der Seed-Runde beteiligten sich unter anderem At One Ventures, der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Gründerfonds Ruhr, Verve Ventures sowie Siemens Energy Ventures.
Mit den frischen Mitteln will Factor2 Energy die Technologie verfeinern und eine Pilotanlage errichten. Das System lässt sich sowohl in natürlichen CO₂-Reservoirs als auch in Standorten für CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS, Carbon Capture and Storage) einsetzen und erweitert so sein Anwendungsspektrum.
Mit der 9,1-Millionen-Dollar-Finanzierung strebt das Unternehmen eine beschleunigte Markteinführung seiner Geothermie-Lösung an. Die Technologie könnte die Optionen für erneuerbare Energien erweitern und gleichzeitig bestehende CO₂-Speicherinfrastrukturen sinnvoll nutzen. Die Pilotanlage soll den nächsten Schritt hin zur kommerziellen Machbarkeit darstellen.






