26 December 2025, 03:04

Daniel Küblböcks tragischer Weg: Vom Popstar zur queeren Ikone Lana Kaiser

Ein Buch mit einem blauen Umschlag, das 'Gay Fables' heißt.

Sieben Jahre nach seinem Tod: ARD-Doku erzählt die Lebensgeschichte des 'DSDS'-Stars - Daniel Küblböcks tragischer Weg: Vom Popstar zur queeren Ikone Lana Kaiser

Daniel Küblböck, später bekannt als Lana Kaiser, wurde zu einer prägenden Figur der queeren Community in Deutschland. Sein Leben, geprägt von Ruhm, Kampf und Tragödie, steht nun im Mittelpunkt einer neuen Dokumentation. Der Film beleuchtet sowohl seine öffentlichen Kämpfe als auch die private Reise, die er mit seinen engsten Vertrauten teilte.

Küblböck erlangte erstmals Bekanntheit durch Germany’s Next Topmodel, doch das Rampenlicht wandelte sich bald in Feindseligkeit. Er wurde gnadenlos schikaniert und erhielt Todesdrohungen, was ihn schließlich zum Rückzug aus der Öffentlichkeit zwang. Einmal benötigte er sogar Polizeischutz, nachdem er auf der Bühne ausgebuht worden war.

Nach einer Phase der Abgeschiedenheit kehrte er mit einem maskulineren Erscheinungsbild zurück – etwas, das die Drag-Künstlerin Olivia Jones später als Versuch deutete, dem Hass zu entfliehen. Doch im Privaten hatte Küblböck sich längst als transgeschlechtlich geoutet, bei Freunden, Familie und Fans unter dem Namen Lana Kaiser. Seine Entscheidung, diese Identität anzunehmen, galt vielen, darunter der Sängerin Lucy Diakovska und dem Moderator Ricardo Simonetti, als Meilenstein für queere Selbstbestimmung.

Im September 2018 schloss er sich spontan einer Kreuzfahrt vor Neufundland an. Passagiere erinnerten sich an ihn als 'lebensfreunde, aber auch ein wenig angespannt'. Wenige Tage später stürzte er über Bord. Sein Verschwinden blieb bis Februar 2021 ungeklärt, als er offiziell für tot erklärt wurde.

Die Dokumentation Die Küblböck-Story: Deine Lana Kaiser rekonstruiert seine letzten Jahre anhand von Interviews mit seiner Mutter Doro Küblböck, Freunden, seinem ehemaligen Manager und Branchenkollegen. Biografen und Ermittler ergänzen das Bild und zeichnen das Porträt eines Lebens zwischen Verehrung und Grausamkeit. Olivia Jones, eine enge Freundin, sprach seitdem offen über ihre Schuldgefühle und die Überzeugung, mehr hätte tun können, um seinen Tod zu verhindern.

Küblböcks Geschichte bleibt ein komplexes Erbe – geprägt von Widerstandskraft, Identität und einem frühen Verlust. Die Dokumentation sorgt dafür, dass sein Weg vom Popkultur-Phänomen zur queeren Ikone nicht in Vergessenheit gerät. Sein Leben regt weiterhin Debatten über Ruhm, Akzeptanz und den Preis öffentlicher Bewertung an.