05 November 2025, 06:01

Christoph Dichand setzt sich durch: Voller Besitz an Kronen Zeitung

Ein Geschäft mit Plakaten und einem Gebäude im Vordergrund.

Christoph Dichand setzt sich durch: Voller Besitz an Kronen Zeitung

Christoph Dichand, Verleger der österreichischen Kronen Zeitung, hat grünes Licht für den Erwerb der Anteile der Funke-Mediengruppe erhalten. Dieser Schritt könnte der Familie Dichand ermöglichen, die volle Kontrolle über die Nachrichten zurückzuerlangen – ein lang gehegter Wunsch des verstorbenen Patriarchen Hans Dichand. Die WAZ, 1948 vom Journalisten Jakob Funke und Erich Brost in Bochum gegründet, entwickelte sich zur größten Regionalzeitung Deutschlands und prägte maßgeblich auch die österreichische Medienlandschaft. Zwei ehemalige Direktoren des Wiener Burgtheaters, Claus Peymann (1986) und Matthias Hartmann (2009), stammten zudem aus dem Bochumer Schauspielhaus – ein weiteres Zeichen für die engen Verbindungen zwischen den beiden Regionen. Auch Christoph Dichands Geschwister, Michael und Johanna, halten Anteile an der Kronen Zeitung. Michael betätigt sich als Bio-Landwirt, Johanna ist Kunstsammlerin. Ihr Vater Hans Dichand hatte die Zeitung in den 1950er-Jahren mit finanzieller Unterstützung von Kurt Falk erworben, der bis 1987 einen 50-Prozent-Anteil hielt. Gelingt Christoph der Kauf, würde die Kronen Zeitung wieder vollständig im Besitz der Familie Dichand sein. Ungewiss ist hingegen die Zukunft von Mediaprint, einem 1988 gegründeten Joint Venture der Krone, des Kurier und der WAZ-Gruppe. Angesichts sinkender Auflagen im Printbereich mehren sich die Rufe nach einer Zerschlagung des Unternehmens, dessen aktuelle Struktur zudem Kritik auslöst. Die Kronen Zeitung beobachtet die Entwicklung mit Zurückhaltung. Dichands Übernahme der Funke-Anteile könnte die österreichische Medienlandschaft nachhaltig verändern. Der Traum der Familie von der vollständigen Kontrolle über die Kronen Zeitung rückt in greifbare Nähe – doch wie es mit Mediaprint weitergeht und welche weiteren Folgen der Deal haben wird, bleibt abzuwarten.