CDU warnt: Fronhof-Projekt könnte Solingens Nordstadt den Todesstoß versetzen
Henry KochCDU warnt: Fronhof-Projekt könnte Solingens Nordstadt den Todesstoß versetzen
Solingens nördliche Innenstadt kämpft seit Jahren mit rückläufigem Einzelhandel, sinkender Kaufkraft und hoher Arbeitslosigkeit. Hinzu kommen Kriminalität und Verschuldung, die die Probleme des Viertels verschärfen – viele Gebäude stehen leer, die Mieten sind niedrig. Nun hat das geplante Fronhof-Projekt scharfe Kritik der CDU-Fraktion ausgelöst, die warnt, es könnte die Lage weiter verschlechtern.
Die CDU-Fraktion lehnt das Fronhof-Projekt entschieden ab und argumentiert, es werde die soziale Spaltung vertiefen und die ohnehin schwache Kaufkraft weiter aushöhlen. Daniel Flemm, Fraktionsvorsitzender, bezeichnete die aktuellen Pläne als mögliches „Todesurteil“ für das Viertel, falls sie umgesetzt würden. Seine Bedenken kommen auf, während Gerüchte über einen möglichen Verkauf der Clemens-Galerien die Runde machen – was Zweifel an der langfristigen Bindung der Stadt an das Projekt nährt.
Lukas Schrumpf, planungspolitischer Sprecher der CDU, warf der Stadtverwaltung vor, ihre eigenen Ziele zu untergraben. Die Fronhof-Pläne stünden im Widerspruch zur ISEK-Strategie „Stadt 2030“, die auf soziale Durchmischung, bessere Arbeitsplätze und mehr öffentliche Sicherheit setzt. Die Fraktion lehnt zudem den Bau von über 100 neuen Sozialwohnungen im Fronhof ab, da dies sowohl der ISEK als auch dem Wohnungsbau-Aktionskonzept der Stadt widerspreche.
Stattdessen fordert die CDU einen umfassenderen Ansatz: Sie will das Weyersberg-Gelände zu einem Sportviertel ausbauen und eine stadtweite Planung vorantreiben, die zukünftiges Wachstum und demografische Veränderungen berücksichtigt. Zu ihren Kernforderungen gehören konsequentere Recht und Ordnung, hochwertigere Arbeitsplätze sowie Maßnahmen, um Investitionen zurück in das Krisengebiet zu lenken.
Der Streit um das Fronhof-Projekt offenbart die grundsätzlichen Herausforderungen für Solingens Innenstadt. Ohne Kurskorrektur drohe ein weiterer Niedergang, warnt die CDU. Ihre Alternativvorschläge zielen darauf ab, die ursprünglichen ISEK-Ziele wiederzubeleben: gemischte Quartiere, mehr Jobs und bessere Sicherheit – statt die aktuellen Pläne blind umzusetzen.






