Bundesrat verschärft Tierschutzregeln für Lebendtier-Exporte in Drittstaaten
Clara MeyerBundesrat verschärft Tierschutzregeln für Lebendtier-Exporte in Drittstaaten
Bundesrat verschärft Tierschutz bei Lebendtier-Exporten in Drittstaaten
Der deutsche Bundesrat hat Maßnahmen ergriffen, um den Tierschutz bei Lebendtier-Exporten in Länder außerhalb der EU zu stärken. Am 26. September 2025 verabschiedete das Gremium einen Beschluss, der strengere Vorschriften und eine klarere Durchsetzung fordert. Der Vorstoß folgt auf Befürchtungen, dass die bisherigen Regelungen das Leid der Tiere während des Transports nicht ausreichend verhindern.
Die Initiative ging von Nordrhein-Westfalen aus. Der Beschluss fordert die Bundesregierung auf, ihre Entscheidung aus dem Jahr 2023 neu zu bewerten, mit der bilaterale tierärztliche Gesundheitszeugnisse für den Export von Zuchttieren abgeschafft wurden. Diese Zertifikate hatten zuvor Mindeststandards für den Tierschutz festgelegt; ihre Streichung hat zu Kontrolllücken geführt.
Aktuell fehlen den zuständigen Behörden die Befugnisse, um Verstöße gegen den Tierschutz während des Transports zu unterbinden. Der Bundesrat verlangt nun, dass die EU-Kommission das Recht erhält, Ermittlungen einzuleiten und Exporte bis zur Behebung der Mängel auszusetzen. Zudem müssen künftige tierärztliche Bescheinigungen explizit Tierschutz-Kriterien enthalten.
Der Beschluss drängt auf verbindliche EU-weite Regelungen für Exporte in Drittländer. Lebendtiertransporte sollen nur noch genehmigt werden, wenn das Zielland sich formal zur Einhaltung des Terrestrischen Tierschutzcodes der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) verpflichtet hat. Allerdings stellte der Bundesrat infrage, ob der Ersatz von Lebendtier-Exporten durch genetisches Material tatsächlich zu einer Verbesserung der Tierschutzstandards führen würde.
Die Länder argumentieren, dass klarere Vorschriften notwendig sind, um unnötiges Leid zu verhindern. Ohne schärfere Kontrollen und Sanktionen würden Verstöße voraussichtlich weiter anhalten.
Der Beschluss des Bundesrates enthält konkrete Forderungen nach strengeren Kontrollen und Maßnahmen auf EU-Ebene. Die Bundesregierung wird aufgefordert, frühere Entscheidungen zu überprüfen und sich für verbindliche Regelungen einzusetzen. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Tierschutzstandards bereits vor jedem Lebendtier-Export eingehalten werden.






