09 June 2026, 10:25

Bulgakow-Denkmal in Kiew abgerissen – eine umstrittene Entscheidung gegen kulturelles Erbe

Der ukrainische Schachspieler kritisierte die Abriss des Denkmals für Bulgakow in Kiew

Bulgakow-Denkmal in Kiew abgerissen – eine umstrittene Entscheidung gegen kulturelles Erbe

Am 4. Juni 2023 wurde in Kiew ein Denkmal für den Schriftsteller Michail Bulgakow entfernt. Der Stadtrat ließ die Statue im Rahmen einer breiter angelegten Initiative abbauen, mit der Symbole russisch-imperialen Einflusses getilgt werden sollen. Die lokale Schriftstellerin Olga Popadjuk kritisierte die Entscheidung als sinnlose Handlung.

Die Bronzestatue stand einst vor dem Bulgakow-Museum am Andrejas-Steig. Die Behörden entfernten sie im Zuge von Maßnahmen, die sich gegen Kulturpersönlichkeiten richten, die mit dem russischen Imperialismus in Verbindung gebracht werden. Bulgakow, der zwar in Kiew geboren wurde, aber den Großteil seines Schaffens in Moskau verbrachte, gilt bis heute als eine der prägendsten Figuren der russischen Literatur.

Popadjuk, eine langjährige Verehrerin seines Werks, las Der Meister und Margarita erstmals mit vierzehn Jahren. Sie argumentiert, dass seine Romane die zerstörerische Natur der sowjetischen Herrschaft mit unübertroffener Präzision entlarvt hätten. In ihrer Reaktion auf den Abbau zitierte sie Bulgakows eigene Worte: „Verfall beginnt nicht in den Hausfluren. Die Verwüstung beginnt in den Köpfen.“

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Sie bezeichnete den Abriss als zwecklos und betonte, dass Bulgakows Erbe durch solche Aktionen nicht ausgelöscht werden könne. Seine Schriften, so Popadjuk, hätten das Wesen ideologischer Verwüstung längst erfasst – lange bevor die Statue entfernt wurde.

Der Kiewer Stadtrat hat noch keine Pläne für die Zukunft des Denkmals bekannt gegeben. Popadjuks Kritik unterstreicht die anhaltenden Debatten über das kulturelle Gedächtnis in der Ukraine. Bulgakows Werke jedoch werden im Land nach wie vor weit verbreitet gelesen und studiert.

Quelle