Bühnenstück über Walter Lübckes Ermordung zeigt die Gefahren des Rechtsextremismus
Henry KochBühnenstück über Walter Lübckes Ermordung zeigt die Gefahren des Rechtsextremismus
Neues Theaterstück über den Aufstieg des Rechtsextremismus in Deutschland feiert Premiere am Westfälischen Landestheater
Ein neues Bühnenstück, das sich mit dem Aufstieg des Rechtsextremismus in Deutschland auseinandersetzt, wird am Westfälischen Landestheater uraufgeführt. Inspiriert vom Mord an dem Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Jahr 2019, untersucht die Produktion die Gefahren der Radikalisierung und die Bedrohungen für die Demokratie. Karten sind ab sofort erhältlich, mit Preisen zwischen 15 und 26 Euro.
Walter Lübcke, Regierungspräsident von Kassel, wurde am 1. Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses erschossen. Der Mörder, Stephan Ernst, hatte 2015 an einer Bürgerveranstaltung in Lohfelden teilgenommen, bei der Lübcke über die Flüchtlingspolitik sprach. In den folgenden Jahren radikalisierte sich Ernst zunehmend, bis es schließlich zur Tat kam – motiviert durch seinen Hass auf Lübckes pro-flüchtlingsfreundliche Haltung.
Ernst war den Behörden bereits seit den 1990er-Jahren bekannt, doch seine extremistischen Ansichten verschärften sich zwischen 2015 und 2019. Im Januar 2021 wurde er wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Fall lenkte die nationale Aufmerksamkeit auf die wachsenden Bedrohungen, denen Politiker ausgesetzt sind, sowie auf die Verbreitung rechtsextremer Ideologien. Die Produktion des Westfälischen Landestheaters, die in Absprache mit Lübckes Familie entstand, will diese Themen aufarbeiten. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, setzt sich das Stück auch mit dem allgemeinen Klima der Einschüchterung gegen Personen des öffentlichen Lebens auseinander.
Karten für die Vorstellung sind beim Zentralen Kultur- und Tourismusbüro in Lünen oder über den Webshop des Kulturamts erhältlich. Ermäßigungen gibt es für Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie Bundesfreiwilligendienstleistende.
Das Theaterstück dient als eindringliche Mahnung vor den realen Folgen von Extremismus. Indem es sich mit dem Attentat auf Lübcke und dem weiteren politischen Klima beschäftigt, soll es das Bewusstsein für die anhaltenden Gefahren für die Demokratie schärfen. Die Aufführungen beginnen in Kürze, die Ticketpreise liegen zwischen 15 und 26 Euro.