Brüder von Mouhamed Dramé kämpfen um Bleiberecht während laufender Revision in Deutschland
Jonas MayerDortmund-Allianz kämpft um Wohnsitz der Dramé-Brüder - Brüder von Mouhamed Dramé kämpfen um Bleiberecht während laufender Revision in Deutschland
Die Brüder von Mouhamed Dramé, einem 14-Jährigen, der 2022 bei einem Polizeieinsatz in Gelsenkirchen getötet wurde, stehen nun vor einer ungewissen Zukunft in Deutschland. Ihre Aufenthaltsgenehmigungen sind abgelaufen, doch sie bleiben in Dortmund, um den laufenden Rechtsmittelprozess gegen den Freispruch der beteiligten Beamten zu unterstützen. Ein lokales Bündnis setzt sich für sichere Aufenthaltsrechte ein und argumentiert, ihre Anwesenheit sei sowohl für den Prozess als auch für die Gedenkarbeit von zentraler Bedeutung.
Sidy und Lassana Dramé waren nach Dortmund gereist, um am Prozess über den Tod ihres Bruders teilzunehmen. Mouhamed war im Mai 2023 von der Polizei erschossen worden, doch die Beamten wurden später mit der Begründung der Notwehr freigesprochen. Die Familie sowie die Staatsanwaltschaft legten gegen das Urteil Berufung ein; der Fall liegt nun beim Bundesgerichtshof (BGH).
Die Revision wurde Anfang 2024 eingereicht, doch bis Februar 2026 gibt es noch keine Entscheidung. Solche Verfahren dauern in der Regel ein bis zwei Jahre, da der BGH zunächst mögliche Rechtsfehler prüft, bevor er entscheidet, ob der Freispruch bestätigt oder eine Neuverhandlung angeordnet wird. Eine Verhandlung könnte noch in diesem Jahr stattfinden.
Während sie auf die Entscheidung warten, haben sich die Brüder in Dortmund ein neues Leben aufgebaut: Sie besuchen Sprachkurse, engagieren sich ehrenamtlich und haben bereits Arbeitsangebote erhalten. Ein Bündnis lokaler Initiativen hat einen offenen Brief veröffentlicht, in dem langfristige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse gefordert werden. Sie begründen dies damit, dass die Brüder durch ihre Beteiligung am Rechtsmittelverfahren und an der Gedenkarbeit ein Bleiberecht verdient hätten.
Das Landgericht Dortmund hatte zunächst entschieden, dass der Beamte in Notwehr gehandelt habe. Doch durch den anhaltenden juristischen Kampf der Familie bleibt der Fall offen – und mit ihm die ungewisse Zukunft der Dramé-Brüder in Deutschland.
Die endgültige Entscheidung des BGH wird zeigen, ob der Freispruch Bestand hat oder ob es zu einer Neuverhandlung kommt. Bis dahin leben Sidy und Lassana Dramé weiter in Dortmund, unterstützt von einem Bündnis, das für ihr Bleiberecht kämpft. Ob sie in Deutschland bleiben und ihr Leben hier fortsetzen können, hängt in den kommenden Monaten von rechtlichen und politischen Weichenstellungen ab.