10 April 2026, 12:31

Briefwahl in Solingen: Warum die Stichwahl weniger Wähler mobilisierte als die Hauptwahl

Eine lange Schlange von Menschen wartet vor einer Wahllokal, vor einem Zaun mit einer Wand auf der rechten Seite, Bäumen und Gebäuden im Hintergrund und dem Himmel darüber.

Briefwahl in Solingen: Warum die Stichwahl weniger Wähler mobilisierte als die Hauptwahl

Briefwahl spielte bei der jüngsten Oberbürgermeisterwahl in Solingen eine zentrale Rolle. Sowohl in der Hauptwahl als auch in der Stichwahl gaben Tausende Bürger ihre Stimme per Post ab. Allerdings unterschieden sich die Rücklaufquoten zwischen den beiden Wahlgängen deutlich.

Bei der Hauptwahl am 14. September verschickte das Wahlamt 25.586 Briefwahlunterlagen. Davon wurden 22.745 Stimmabgaben zurückgesandt und gezählt – eine Rücklaufquote von 88,9 %. Damit blieben 6.466 berechtigte Wähler, die ihr Briefwahlrecht nicht nutzten, während etwa ein Viertel der Antragsteller die Unterlagen überhaupt nicht zurückschickte.

In der späteren Stichwahl lag die Rücklaufquote mit 73,3 % deutlich niedriger. 16.415 Stimmen gingen per Post ein, zusätzlich stimmten 1.348 Wähler persönlich ab, nachdem sie zunächst Briefwahl beantragt hatten. Die engen postalischen Fristen trugen maßgeblich zum Rückgang der Beteiligung im Vergleich zur Hauptwahl bei.

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Um Verzögerungen auszugleichen, stellte das Wahlamt bis Mittag des 27. September Ersatzunterlagen bereit. Ähnliche Trends zeigten sich in Nachbarstädten wie Wuppertal und Remscheid, wo die Rücklaufquoten vergleichbare Muster aufwiesen.

Historische Daten belegen, dass Stichwahlen generell weniger Wähler mobilisieren. 2015 betrug die Rücklaufquote in Solingen in der Stichwahl 81 %, während die Hauptwahl auf 91,38 % kam – ein Trend, der sich auch in diesem Jahr bestätigte.

Die Oberbürgermeister-Stichwahl in Solingen endete mit 17.763 per Brief abgegebenen Stimmen, hinzu kamen die Wähler, die vor Ort ihre Stimme abgaben. Die geringere Rücklaufquote im Vergleich zur Hauptwahl ist sowohl auf die postalischen Zeitvorgaben als auch auf die typischerweise sinkende Wahlbeteiligung in zweiten Wahlgängen zurückzuführen. Die Behörden hatten Unterstützung für Wähler mit Verzögerungen ausgeweitet, um eine möglichst hohe Teilnahme zu ermöglichen.

Quelle