Berliner Theatertreffen feiert siebenstündigen Wallenstein mit kulinarischen Pausen
Henry KochBerliner Theatertreffen feiert siebenstündigen Wallenstein mit kulinarischen Pausen
Das Berliner Theatertreffen präsentiert in diesem Jahr einige der längsten Theaterproduktionen im deutschsprachigen Europa
Dazu gehört eine siebenstündige Inszenierung von Wallenstein – inklusive drei bewirteter Pausen. Das Festival, das seit jeher herausragende Aufführungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorstellt, führt damit eine Tradition besonders langatmiger Stücke auf großen Bühnen fort.
Lange Produktionen sind beim Berliner Theatertreffen schon seit Langem ein Markenzeichen. In der diesjährigen Ausgabe ist etwa Wallenstein: Ein Schlachtenfest in sieben Gängen der Münchner Kammerspiele zu sehen. Die siebenstündige Vorstellung unterbricht dreimal für Pausen, in denen das Publikum mit Speisen und Getränken versorgt wird.
Extrem lange Theaterstücke sind kein neues Phänomen Bereits 1999 dauerte Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiele ganze zwölf Stunden. Auch die Berliner Volksbühne bringt nun Peer Gynt zurück auf die Bühne – dessen erster Teil in früheren Inszenierungen allein acht Stunden umfasste.
Nora Hertlein-Hull, die Leiterin des Berliner Theatertreffens, erlebte eine solche Mammutproduktion erstmals 2007. Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein offiziell keine Spieldauern, doch bleiben Marathon-Aufführungen ein fester Bestandteil der deutschsprachigen Theaterkultur.
Ein Fest für immersives, großformatiges Theater Die Aufnahme von Wallenstein und anderen ausufernden Werken in das Festivalprogramm zeigt: Das Publikum hat weiterhin Lust auf intensive, ganztägige Theatererlebnisse. Mit mehreren Pausen und Bewirtung werden diese Inszenierungen zu einem Ereignis, das den gesamten Tag prägt. Die Tradition der Theater-Marathons scheint im deutschsprachigen Raum fest verankert.






