Berliner Staatsoper setzt 2026/27 auf mutige Premieren und Thielemanns Vision
Henry KochWas die Staatsoper für die nächste Saison geplant hat - Berliner Staatsoper setzt 2026/27 auf mutige Premieren und Thielemanns Vision
Die Berliner Staatsoper Unter den Linden präsentiert ambitioniertes Programm für die Spielzeit 2026/27
Sechs Neuproduktionen feiern Premiere – keine davon wurde je zuvor in der Stadt aufgeführt. Gleichzeitig markiert die Saison den dritten Amtsjahr von Christian Thielemann als Generalmusikdirektor.
Den Auftakt bildet Ende September Gaspare Spontinis Die Vestalin (1807), eine seltene Wiederbelebung, die den Ton für ein Jahr frischer Interpretationen setzt. Es folgt Giacomo Puccinis Manon Lescaut (1893), das dem Publikum ein bekanntes Werk neben weniger gespielten Stücken bietet.
Ein Höhepunkt wird im Mai 2027 Engelbert Humperdincks Königskinder (1910) sein – eine Produktion, die Thielemann persönlich angeregt hat und die er auch dirigieren wird. Die Wahl unterstreicht sein Engagement, vernachlässigte Werke ins Rampenlicht zu rücken.
Das Festival 2027 schließt mit Ludwig van Beethovens Neunter Sinfonie und würdigt damit den 200. Todestag des Komponisten. Intendantin Elisabeth Sobotka betonte kürzlich die Kraft der Oper, das Publikum tief zu berühren und zu begeistern.
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund einer breiteren Debatte über die Relevanz der Oper, ausgelöst durch öffentliche Äußerungen des Schauspielers Timothée Chalamet zu dieser Kunstform. Thielemann reagierte mit einer Einladung an den Schauspieler, Tristan an der Staatsoper zu erleben.
Die kommende Spielzeit verbindet vertraute Meisterwerke mit mutigen Neuentdeckungen. Alle sechs Produktionen werden in Berlin uraufgeführt und bieten dem Publikum eine Mischung aus wiederentdeckten Klassikern und frischen Deutungen. Thielemanns künstlerische Führung prägt weiterhin die Ausrichtung des Hauses.