27 March 2026, 18:29

Bergisch Gladbach steht vor dem finanziellen Kollaps – 50 Millionen Euro Defizit drohen

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen bis 2030 um etwa eine Gigatonne" fordert.

Bergisch Gladbach steht vor dem finanziellen Kollaps – 50 Millionen Euro Defizit drohen

Bergisch Gladbach steuert auf eine sich verschärfende Finanzkrise zu: Der Haushaltsentwurf für 2026 weist ein Defizit von knapp 50 Millionen Euro aus. Die Steuersätze der Stadt liegen bereits über dem regionalen Durchschnitt, doch weitere Erhöhungen sind geplant, um die Haushaltslücke zu schließen. Gleichzeitig bröckelt die lokale Wirtschaft weiter – mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und traditionsreichen Betrieben.

Die wirtschaftlichen Probleme der Stadt haben sich in den vergangenen Jahren zugespitzt. Im April 2021 musste die historische Papierfabrik Zanders schließen, nachdem das Unternehmen eine Rechnung über sieben Millionen Euro für CO₂-Zertifikate nicht begleichen konnte. Die Schließung beendete fast 200 Jahre Produktion und kostete 380 Arbeitsplätze. Erst kürzlich stellte auch Isover wegen des Gebäudeenergiegesetzes den Betrieb ein – weitere 160 Stellen fielen weg.

Bis Anfang 2025 hatten bereits 38 Prozent der Industrieunternehmen im Kreis Entlassungen angekündigt. Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der örtlichen Industrie- und Handelskammer, warnte im Februar 2026 vor einer beschleunigten Deindustrialisierung. Seine Äußerungen fielen zusammen mit dem Eingeständnis des städtischen Kämmerers, dass eine Insolvenz bis 2027 kaum noch abzuwenden sei.

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Der AfD-Politiker Florian Fornoff kritisierte den Haushalt scharf und legte einen Zehn-Punkte-Plan vor, der Einsparungen ohne Steuererhöhungen vorsieht. Seine Vorschläge stehen im Widerspruch zur Entscheidung der Stadt, neue Abgaben auf die Bürger umzulegen. Auch frühere Ausgaben stehen in der Kritik – insbesondere der Etat für Klimaschutz, der die verheerenden Überschwemmungen im Strundepark 2021 nicht verhindern konnte.

Bergisch Gladbach kämpft nun mit einer schrumpfenden Industrie, steigender Arbeitslosigkeit und einer Haushaltskrise. Das Defizit für 2026 beläuft sich auf fast 50 Millionen Euro, während geplante Steuererhöhungen die Haushalte zusätzlich belasten werden. Ohne Gegenmaßnahmen drohen sich die finanzielle Lage und der Arbeitsmarkt der Stadt weiter zu verschlechtern.

Quelle