Berentzen fühlt Nachfrageschwäche bei alkoholischen Getränken - Berentzen senkt Umsatzprognose erneut – Alkoholbranche unter Druck
Getränkehersteller Berentzen senkt Umsatzprognose für 2025 erneut
Der deutsche Getränkeproduzent Berentzen hat zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Umsatzerwartungen für 2025 nach unten korrigiert. Das Unternehmen rechnet nun mit höchstens 169 Millionen Euro – deutlich weniger als in früheren Prognosen. Grund dafür sind eine nachlassende Nachfrage nach Alkohol sowie der Verkauf eines Mineralwasserwerks in Brandenburg.
Währenddessen wächst der Markt für alkoholfreie Getränke in Deutschland weiter, angetrieben von Gesundheitstrends und der Nachfrage nach Premium-Produkten. Der Absatz von alkoholfreiem Bier steigt jährlich um etwa 8 bis 10 Prozent, während der Verkauf klassischer Biere seit Jahren um 2 bis 4 Prozent pro Jahr sinkt.
Ursprünglich hatte Berentzen für 2025 noch mit bis zu 190 Millionen Euro Umsatz gerechnet. Nach einem schwachen ersten Halbjahr wurde das Ziel auf 178 Millionen Euro gesenkt. Nun, nach dem Verkauf des Brandenburg-Werks, hat das Unternehmen die Erwartungen weiter auf 169 Millionen Euro reduziert.
Der deutsche Getränkemarkt insgesamt spiegelt veränderte Konsumgewohnheiten wider. Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Preise für alkoholfreie Getränke trotz nachlassender Inflation weiter steigen. Gesundheitsbewusstsein und die Nachfrage nach hochwertigen Produkten befeuern den Absatz von alkoholfreiem Bier, während der Alkoholkonsum das dritte Jahr in Folge rückläufig ist.
Trotz der Herausforderungen verzeichnete Berentzens Limonadenmarke Mio Mio 2024 ein Umsatzplus von 8 Prozent. Für das kommende Jahr plant das Unternehmen, sein Sortiment an Dosengetränken auszubauen. Vorstandschef Oliver Schwegmann zeigt sich vorsichtig optimistisch und prognostiziert für 2025 ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 8,0 bis 9,5 Millionen Euro.
2024 erzielte Berentzen einen Umsatz von 181,9 Millionen Euro. Angesichts der schwindenden Alkoholnachfrage und struktureller Veränderungen passt das Unternehmen seine Strategie an und setzt verstärkt auf Wachstumsbereiche wie alkoholfreie Alternativen.
Die aktuelle Prognose unterstreicht den Druck auf die deutsche Alkoholbranche. Die auf 169 Millionen Euro reduzierte Umsatzerwartung von Berentzen ist sowohl auf Marktentwicklungen als auch auf unternehmerische Anpassungen zurückzuführen. Mit dem anhaltenden Aufstieg alkoholfreier Getränke dürfte sich der Trend zu gesünderen und hochwertigeren Konsumoptionen weiter fortsetzen.






