BDK fordert schärfere Schließfach-Kontrollen nach spektakulärem Bankraub in Gelsenkirchen
Clara MeyerKriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - BDK fordert schärfere Schließfach-Kontrollen nach spektakulärem Bankraub in Gelsenkirchen
Die Bund Deutsche Kriminalbeamte (BDK) fordert schärfere Kontrollen für Schließfächer, um Geldwäsche effektiver zu bekämpfen. Der Vorstoß erfolgt nach einem spektakulären Bankraub in Gelsenkirchen 2022, bei dem fast alle 3.250 Kundenfächer geplündert wurden. Die Behörden vermuten, dass einige davon illegale Gelder enthielten – bestätigte Details wurden jedoch nicht veröffentlicht.
Bei dem Überfall 2022 drangen Diebe in einen Tresorraum ein und öffneten über mehrere Tage hinweg nahezu jedes Schließfach. Was genau gestohlen wurde, bleibt unklar, doch es gibt Spekulationen, dass sich in einigen Fächern undeklariertes Bargeld befand. Offizielle Berichte nennen weder die betroffenen Banken noch bestätigen sie, ob es sich um illegale Vermögenswerte handelte.
Oliver Huth, Landesvorsitzender der BDK in Nordrhein-Westfalen, warnt, dass Schließfächer leicht für kriminelle Zwecke missbraucht werden könnten. Er kritisiert, dass Banken keine Möglichkeit hätten, zu überprüfen, was Kunden darin lagern. Huth hinterfragt zudem, warum jemand große Bargeldbeträge in einem Fach aufbewahren sollte – statt auf einem Bankkonto – und deutet dies als mögliches Indiz für Missbrauch.
Ein Anwalt, der betroffene Kunden vertritt, widerspricht der Annahme, in den geplünderten Fächern habe sich „schmutziges Geld“ befunden. Viele Mandanten hätten nachweisen können, dass ihre Hinterlegungen legal seien. Huth räumt zwar ein, dass die meisten Nutzer harmlose Dinge wie Erbstücke aufbewahren, verweist aber auf Einzelfälle wie eine Kindergärtnerin, die 300.000 Euro in bar in ihrem Fach deponiert hatte.
Aktuelle EU-Geldwäschegesetze regulieren Schließfächer nicht – eine Lücke, die Kriminalität begünstigt. Die BDK pocht auf strengere Aufsicht, um zu verhindern, dass organisierte Banden diese Schlupflöcher ausnutzen.
Der Raub in Gelsenkirchen offenbarten eklatante Schwächen im Umgang mit Schließfächern. Ohne Regulierung könnten sie weiterhin als Werkzeug für Geldwäsche dienen, warnen die Ermittler. Die BDK setzt sich weiterhin für Reformen ein, um diese gravierende Lücke in der Finanzaufsicht zu schließen.