Bayerns Pokalsieg im Schatten eines skandalösen Abseitsfehlers
Bayern München sichert sich mit 4:1 gegen den 1. FC Köln den Einzug in die nächste DFB-Pokal-Runde – doch eine umstrittene Abseitsentscheidung überschattet den Sieg. Ein ehemaliger Schiedsrichter nannte den Fehler "inakzeptabel" und stellte die Aufmerksamkeit des Assistenten infrage.
Der strittige Moment ereignete sich, als Bayerns Luis Díaz nach einem Abpraller traf. Wiederholungen zeigten, dass Díaz sich zum Zeitpunkt der Ballabgabe in einer klaren Abseitsposition befand – das Tor hätte demnach nicht zählen dürfen. Der Schiedsrichterassistent hob jedoch nicht die Fahne, und da im DFB-Pokal in dieser Phase noch kein Videobeweis (VAR) zum Einsatz kommt, blieb der Fehler unkorrigiert.
Manuel Gräfe, der nach 19 Jahren in der Bundesliga 2023 seine Karriere beendete, kritisierte die Leistung des Assistenten scharf. Zwar lobte er Schiedsrichter Tobias Welz für eine insgesamt solide Partie, doch der übersehene Abseitsfehler sei "ein klarer Patzer" gewesen. Gräfe wies auch die fehlende VAR-Nutzung als Entschuldigung zurück: Solch offensichtliche Abseitsstellungen müssten von Unparteiischen im Profifußball erkannt werden. Die Debatte über den Verzicht auf den Videobeweis in den frühen Pokalrunden dürfte damit weitergehen. Bayern bereitet sich nun auf die Auslosung der Achtelfinale am 2. November vor – ab dieser Runde kommt der VAR erstmals in dieser Saison zum Einsatz.
Der Sieg bringt die Münchner zwar weiter, doch die Abseitsdiskussion wirft weiterhin Fragen auf. Der Fehler des Assistenten unterstreicht die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Schiedsrichterleistungen in Spielen ohne Videobeweis. Vereine und Funktionäre werden das Thema vermutlich vor der nächsten Runde erneut aufgreifen.