14 January 2026, 22:24

Apothekensterben in Deutschland erreicht 2025 neuen Höchststand – 2,8 Prozent weniger Filialen

Ein Apothekeregal voller verschiedener Medikamente, darunter Schachteln, ordentlich auf den Regalen angeordnet.

Apothekensterben in Deutschland erreicht 2025 neuen Höchststand – 2,8 Prozent weniger Filialen

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist auch 2025 weiter gesunken – die Schließungen überstiegen die Neueröffnungen deutlich. Bis Ende des Jahres hatte das Land 2,8 Prozent seiner Apotheken verloren, sodass nur noch 16.601 in Betrieb waren. Besonders betroffen sind lokale Gemeinden, wo der Zugang zu Medikamenten zunehmend schwieriger wird.

Die Apothekerkammer Nordrhein verzeichnete 2025 einen Nettoverlust von 43 Apotheken, ein Rückgang um 2,2 Prozent. Einige Regionen waren stärker betroffen als andere: Im Städteregion Aachen schlossen fünf Apotheken ohne Ersatz, im Kreis Viersen vier. In Düsseldorf und Duisburg stellten jeweils sechs Apotheken den Betrieb ein, während in beiden Städten nur eine Neueröffnung zu verzeichnen war. Eine Ausnahme bildete der Kreis Heinsberg, der eine neue Apotheke gewann und keine Schließungen verzeichnete.

Die Entwicklung zwingt Patienten zu längeren Fahrten, vor allem für Not- und Nachtdienste. Apothekenbetreiber stehen unter wachsendem Druck, die Versorgungslücken zu schließen, doch ihre Vergütungen sind seit Jahrzehnten unverändert geblieben. Die Kammer forderte daher die Bundesregierung auf, die Abgabegebühren zu erhöhen, um die lokale Arzneimittelversorgung zu sichern. Am 17. Dezember 2025 kündigte die Koalition aus CDU/CSU und SPD Reformpläne an, die eine Anhebung der Apothekengebühren für Medikamente vorsehen. Damit soll die finanzielle Belastung der verbleibenden Apotheken verringert und der Schließungstrend gebremst werden.

Der stetige Rückgang der Apotheken zeigt keine Anzeichen einer Umkehr – betroffen sind sowohl ländliche als auch städtische Regionen. Zwar könnten die geplanten Gebührenerhöhungen der Regierung etwas Entlastung bringen, doch die Zahl der aktiven Apotheken ist bereits auf den niedrigsten Stand seit Jahren gesunken. In vielen Gebieten haben Patienten weniger Möglichkeiten, Rezepte einzulösen, insbesondere außerhalb der regulären Öffnungszeiten.