AfD nutzt umstrittene Grafik für Debatte über Migration und Kriminalität
Henry KochAfD nutzt umstrittene Grafik für Debatte über Migration und Kriminalität
Eine umstrittene Grafik, die von AfD-Politikern geteilt wurde, hat die Debatte über Migration und Kriminalität in Deutschland neu entfacht. Die Daten stammen aus einem T-Online-Artikel von 2023 und erfassen Verdächtige in Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zwischen 1987 und 2022. Allerdings enthalten die Zahlen keine Angaben zu Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltsstatus – zentrale Fragen bleiben damit unbeantwortet.
Die Grafik wurde kürzlich von den AfD-Abgeordneten Florian Machl, Maximilian Krah und Maximilian Kneller sowie lokalen Parteimitgliedern verbreitet. Sie deuteten einen Zusammenhang zwischen der steigenden Zahl von Verdächtigen und der Migration seit 2015 an. Doch die Daten selbst liefern keine Aufschlüsselung der Verdächtigen nach Herkunft oder rechtlichem Status.
Die Behauptungen der AfD stützen sich auf Zahlen, denen entscheidender Kontext fehlt. Ohne Informationen zu Nationalität oder Aufenthaltsstatus lässt sich mit der Grafik kein direkter Zusammenhang zwischen Migration und der Entwicklung der Verdächtigenzahlen belegen. Rechtliche Reformen und Veränderungen in der Meldepraxis bleiben die plausibelsten Erklärungen für die beobachteten Trends.