AfD-Jugendverband in NRW: Machtkampf zwischen Rechtsextremen und Parteiführung
Henry KochAfD-Jugendverband in NRW: Machtkampf zwischen Rechtsextremen und Parteiführung
In der AfD tobt ein Machtkampf, während sich ihr neuer Jugendverband Generation Deutschland (GD) auf die Wahlen in Nordrhein-Westfalen vorbereitet. Am Samstag treffen sich in Iserlohn über 300 junge Mitglieder, um zwischen zwei verfeindeten Lagern zu entscheiden – eines unterstützt von rechtsextremen Kräften, das andere von der aktuellen Landesführung. Das Ergebnis könnte die Ausrichtung der Partei vor entscheidenden internen Abstimmungen beeinflussen.
Die GD wurde als direkter Ableger der AfD gegründet und ersetzt die aufgelöste Junge Alternative, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft worden war. Die Mitgliedschaft ist nun auf AfD-Mitglieder beschränkt, um die Kontrolle über den Jugendverband zu stärken.
In NRW bewerben sich zwei Kandidaten um den GD-Vorsitz. Der 24-jährige Luca Hofrath steht für das rechtsextreme Lager um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich. Hofrath hat Verbindungen zur Identitären Bewegung und ist bereits mit rechtsextremen Ideologen aufgetreten. Der vorläufige Instagram-Account des neuen Verbandes wird von Helferichs Anhängern dominiert – ein Zeichen für deren Einfluss.
Sein Gegenkandidat ist der 33-jährige Manuel Krauthausen, der vom Landesvorsitzenden Martin Vincentz favorisiert wird. Krauthausen hat in der Vergangenheit antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet und sich für eine 'massive Remigration' ausgesprochen. Trotz seiner umstrittenen Positionen bleibt er die erste Wahl der etablierten Parteiführung.
Helferich, der zwar wegen ethnonationalistischer Tendenzen aus der AfD ausgeschlossen wurde, kämpft weiterhin gegen diesen Beschluss an und drängt auf mehr rechtsextremen Einfluss. Sollte sein Lager die GD in NRW unter seine Kontrolle bringen, könnte dies Vincentz' Wiederwahl als Landesvorsitzender im März 2026 gefährden.
Die Wahl am Samstag wird zeigen, ob der rechtsextreme Flügel seinen Einfluss auf die AfD-Jugendstruktur in NRW ausbauen kann. Ein Sieg von Helferichs Lager könnte die Spaltung der Partei vertiefen und die Bühne für weitere interne Konflikte bereiten. Das Ergebnis wird auch Vincentz' Fähigkeit auf die Probe stellen, seine Autorität bis zu seiner eigenen Wiederwahl zu wahren.