AfD in NRW: Dreifache Stimmengewinne – doch Stichwahlen zeigen klare Grenzen
Jonas MayerAfD in NRW: Dreifache Stimmengewinne – doch Stichwahlen zeigen klare Grenzen
Die Alternative für Deutschland (AfD) verzeichnete bei den jüngsten Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen (NRW) gemischte Ergebnisse. Zwar konnte die Partei ihren Stimmenanteil in den Ratswahlen verdreifachen, doch blieb das Ergebnis hinter den früheren Erwartungen zurück. Analysten fragen sich nun, ob die Zugewinne echten Fortschritt bedeuten oder nur eine vorübergehende Verschiebung darstellen.
Die Stichwahlen erzählten eine andere Geschichte. In Schlüsselstädten wie Gelsenkirchen, Duisburg und Bergheim ging die Unterstützung für die AfD zurück. Alle vier Kandidaten der Partei scheiterten im zweiten Wahlgang.
Mit Schwung war die AfD in die NRW-Wahlen gegangen – bei der Bundestagswahl im Februar hatte sie noch 14,5 Prozent erreicht. Doch das landesweite Ergebnis fiel diesmal niedriger aus, was Zweifel an ihrer lokalen Stärke aufkommen lässt. Trotzdem bezeichnete der Landesvorsitzende Martin Vincentz das Ergebnis als Erfolg und verwies auf die verdreifachte Zahl der Ratssitze im Vergleich zu früheren Wahlen.
Interne Spannungen innerhalb der Partei könnten eine Rolle gespielt haben. Berichten zufolge haben rechtsextreme Flügel für Reibungen gesorgt und den Wahlkampf geschwächt. Beobachter stellten fest, dass die AfD im Wahlkampf nur ein Nebenthema blieb und von anderen lokalen Anliegen überlagert wurde.
In den Stichwahlen ließ die Unterstützung für die Partei nach. Wähler in Gelsenkirchen, Duisburg und Bergheim wandten sich von der AfD ab – keiner ihrer Kandidaten konnte sich durchsetzen. Der Kommentator Christoph Ullrich schrieb am 29. September 2025 im Westblick, die Partei sei in NRW ein "Papiertiger" – sichtbar, aber ohne echten Einfluss.
Ullrich forderte zudem eine genauere Beobachtung der AfD in den kommenden Monaten. Zwar habe die Partei Zugewinne verbucht, doch ihre Unfähigkeit, Erststimmen in Stichwahlsiege umzumünzen, deute auf tiefere Probleme hin.
Die Wahl hinterlässt der AfD in NRW ein zwiespältiges Erbe. Zwar hat sie mehr Sitze in den Räten gewonnen, doch die Niederlagen in den Stichwahlen offenbaren anhaltende Schwächen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob es der Partei gelingt, ihre gestiegene Präsenz in dauerhaften politischen Einfluss umzuwandeln.






