90-Jährige in Dortmund droht Räumung – trotz Protesten gegen Abrisspläne
Clara Meyer90-Jährige in Dortmund droht Räumung – trotz Protesten gegen Abrisspläne
90-jährige Frau in Dortmund droht Räumung – Abriss von fünf Wohnhäusern geplant
Die 90-jährige Lieselotte Hoeber muss bis zum 30. April ihre Wohnung in Dortmund verlassen, obwohl ein Umzug in ihrem Alter eine besondere Härte darstellt. Der Vermieter, der Volkswohlbund, besteht auf den Abriss der fünf Wohngebäude – sie seien wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Doch Mieter und Aktivisten wehren sich gegen die Pläne.
Alle 36 Haushalte in den betroffenen Gebäuden erhielten identische Kündigungen, was Fragen zur Rechtmäßigkeit aufwirft. Einige Mieter sind bereits in sanierte Wohnungen in der Nähe umgezogen – Gerüchten zufolge mit finanziellen Anreizen des Vermieters. Andere, wie Lieselotte Hoeber, wissen jedoch noch nicht, wohin es für sie gehen soll.
Der Volkswohlbund begründet den Abriss mit dem Bau neuen Wohnraums. Doch der Mieterschutzbund hält eine Modernisierung für möglich und verweist auf benachbarte Häuser, die erfolgreich saniert wurden. Keines der fünf zum Abriss vorgesehenen Gebäude wurde in den letzten fünf Jahren renoviert.
Politiker und Stadtplaner unterstützen größtenteils die Abrisspläne, sodass den Mietern kaum rechtliche Handlungsmöglichkeiten bleiben. Eine kleine Solidaritätsgruppe protestiert zwar weiter, doch bisher ohne Erfolg. Für Lieselotte Hoeber kommt zum ohnehin belastenden Umzug noch die zusätzliche Herausforderung hinzu, mit 90 Jahren eine neue Bleibe finden zu müssen.
Der Volkswohlbund, der sowohl als Vermieter als auch als Versicherer agiert, betont die Notwendigkeit des Projekts. Kritiker hingegen werfen dem Unternehmen vor, dass nicht der Mangel an Alternativen, sondern finanzielle Interessen die Entscheidung treiben.
Die Abrisspläne werden Dutzende Mieter obdachlos machen, darunter einige der ältesten Dortmunder Haushalte. Während wenige bereits in modernisierte Wohnungen umgezogen sind, steht für andere die Zukunft noch in den Sternen. Der Streit über Wirtschaftlichkeit und Sanierungsmöglichkeiten bleibt ungeklärt – und die Frist bis zum 30. April rückt näher.